Monster …

seelen_glanz

Mein ganzes Leben renne ich schon, renne vor mir selbst weg. Ich habe Angst davor, stehen zu bleiben. Habe immer Angst, dass ich mich selbst einhole oder schlimmer. Dass ES mich einholt. Was immer ES auch ist. Es war kein Monster. Monster kannte ich schon als schon als kleines Mädchen. Ich war nie allein in meinem Zimmer. Das Monster war immer da. Ich konnte zwar immer nur seinen schwarzen Schatten aus meinen Augenwinkeln wahrnehmen, doch es lauerte immer an der Decke. Ich konnte nie meine Angst überwinden und mich dem Entsetzen stellen. Es schien einen großen Umhang ausgebreitet zu haben und mich einhüllen zu wollen. Doch ich wollte das nicht. Oft kauerte ich mich in die Ecke, deckte mich mit dem Bettlaken zu und schloss ganz fest die Augen. Und ich machte das, was alle kleinen Mädchen machen: ich weinte. Ich weinte, anstatt aufzustehen, anstatt dem Monster ins Gesicht zu sehen. Es anzubrüllen, mich gegen es zu wehren, es zu vertreiben. Ich war so hilflos. Ich zog es vor, zu weinen. Solange, bis das Monster keinen Spaß mehr darin sah, mich zu beobachten. Dann konnte ich endlich schlafen. Aber ich wusste auch, dass das Monster wiederkehren würde. Und mit jedem Besuch wurde es größer und mächtiger. Irgendwann würde der schwarze Schleier übergroß werden und mich verschlingen. Aber soweit ist es noch nicht. Noch genügt es ihm, mich in Angst und Panik zu versetzen. Ich musste keine Angst haben. Ich werde es wissen, wenn es soweit ist. Es wird passieren, wenn ich dafür bereit bin.

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