Wir sind eins …

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Meine nasse Kleidung fühlt sich schwer an. Kommt auf meine Liste: Keine Daunenjacke bei Regen.

Ich friere. Feuchtigkeit dringt unter meine Haut. Mein Blut. Es kühlt ab. Fließt langsamer und langsamer. Mein Herz. Es ist müde. Schlägt langsamer und langsamer.

Warum ich meine Wohnung verlassen habe? Ich habe keinen Schimmer. Kurz zuvor. Oder … Nein, es war schon etwas länger her. Ich weiß nicht mehr. Irgendwann. Es ist nicht von Bedeutung. Nicht mehr. War es denn jemals wichtig?

Etwas streicht um meine Beine. »Verschwinde Kätzchen! Lauf nach Hause und leg dich ins warme Bett! Verschwinde von hier!«

Eine alte Straßenlaterne; wie tapfer sie doch ist. Mit aller Kraft kämpft sie darum, der Dunkelheit Einhalt zu gebieten. Diese alte Straßenlaterne. Alles, was sie will, ist mir die Angst vor der Finsternis zu nehmen. Mich in Sicherheit zu wiegen. Sie leuchtet nur für mich. Sonst ist niemand da. Ich bin allein. Doch wie könnte sie mir bloß die Angst vor der Dunkelheit nehmen? »Arme Laterne.« Ich lächle. Die Dunkelheit ist doch schon längst ein Teil von mir geworden. Ich bin ein Teil von ihr.

Wir sind eins.

S. Kerling meets E. A. Poe

Foto: Pixabay

 

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