Traurige Augen …

gothic-1629448_1280 (1).jpgIhre leicht gebückte Haltung verriet ihm, dass sie eine schwere Last zu tragen hatte. Es war eine dieser Lasten, die man gut vor den Blicken anderer verbergen konnte. Eine dieser Lasten, die stets unsichtbar war vor den Augen anderer. Gut versteckt im hintersten Winkel der Seele.

Nur einmal hatte er die Chance wahrgenommen, in ihre Augen zu blicken. Es waren traurige Augen. Augen, in denen der Glaube an jedwede Hoffnung längst gestorben war. Augen, die mit aller Kraft die leidende Seele zu verstecken versuchten. Augen, die ein Geheimnis hüteten.

S. Kerling meets E. A. Poe

 

Foto: Pixaby

Advertisements

6 Antworten zu “Traurige Augen …

      • Das Ergebnis ist abhängig von der persönlichen Struktur und Leidensfähigkeit. Deshalb werde ich mir auch niemals anmaßen, anderen diesbezüglich. Ratschläge zu erteilen. Manchmal denke ich, der Geist gibt nur soviel frei, wie gerade noch zu ertragen ist. Deshalb kann ich nur von mir sprechen. Mir ist der Gedanke unerträglich, mir etwas vorzumachen und ich bohre unentwegt. Nur wenn ich ganz brutal durch den Schmerz hindurchgehe und meinen Anteil/meine Schuld mitleidslos ergründe, kann ich verarbeiten und gesunden. Und ich muss es allein tun. Erst nach der Beendigung des inneren Prozesses bin ich bereit, darüber zu sprechen. Ich brauche Gewissheit – Gewissheit über mich. Diese Form der Isolation steht in krassem Gegensatz zu anderen Anteilen meines Wesens, was mich auch oft grübeln lässt.

        Gefällt 1 Person

      • Wir sind, was wir sind und wir tun, was wir tun…

        Unser „Wissen“?

        Das Meiste ist wohl Illusion; wir meinen zu wissen.

        Und unser Erleben schert sich einen Dreck um unser „Wissen“ unseren „Glauben“ und unsere „Meinung“.

        Wir erleben und reagieren darauf manchmal gegen all dieses meinen und glauben und selbst dann können wir es oft nicht lassen, auch das noch zu begründen und zu bewerten.

        Und wenn man das Erleben nicht annehmen kann, weil unser Gefühl überfordert ist, dann sind die traurigen Augen da, oder eine verrückte Freude.

        Und wenn man das dann lange genug mitgemacht hat…

        Mit sehr viel Glück gelingt es diese innere Freude zu finden, die es ja auch gibt und ein leises Lächeln.

        Und wenn wir noch mehr Glück haben, können wir nebenbei auch ganz banal sein und hier und da herzhaft lachen.

        „Gespielte Torheit“ nennt es Castaneda und das gefällt mir.

        Gefällt 2 Personen

    • Bedanke mich für Deine Zeilen. Für Dein Interesse. Deine Gedanken, die du auf meinem Blog mit mir teilst. Diese Anteile … Manchmal meine ich, sie sind alle Teile in mir, die keine Teile von mir ist. Klingt wie ein lächerlicher psychologisch lapidar ausgedrückter Satz, doch ist er nicht. Nicht für mich. Diesen Satz hatte ich eins von einem mir sehr gut gesinnten Freund gehört. Zu einer Zeit, in der es mir – sagen wir – sehr schlecht ging – ) Habe den Satz damals nicht verstanden, – wollte ihn nicht verstehen — doch mittlerweile ist dieser Satz und was sich dahinter und in ihm verbirgt mir ein guter Freund geworden.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s