Schäbiges Licht …

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Das schäbige Licht meiner schäbigen Lampe taucht das Zimmer in schäbiges Dunkel. Seit geraumer Zeit übernimmt diese Lampe die Funktion meines treuen Begleiters und Wächters in der Nacht. Sie gibt mir das Gefühl der – wenn auch trügerischen – Sicherheit. Als ob die Lampe mit ihrem zaghaften Licht das Böse von mir fernhalten könnte. Alle Lampen der Welt, so sehr sie auch strahlen, wären nicht in der Lage, sich gegen das Böse zu wehren. So sehr sich meine Nachttischlampe auch bemüht, ihr Licht würde nicht reichen, um meine Gedanken in Helligkeit zu tauchen. Ihr Schein würde nicht reichen, das Böse von mir fernzuhalten. Davon abzuhalten, dass es Nacht für Nacht an mein Bett schleicht. Mich beim Schlafen beobachtet. Doch ich klammere mich an diesen Gedanken wie ein Sterbender an das Leben. Wie ein Betender, der um Gottes Gnade winselt. Jenen Gott, der sich am menschlichen Leid zu ergötzen scheint. So ist das mit uns Menschen und ich stelle keine Ausnahme dar. Je trügerischer die Hoffnung, umso fester und verzweifelter das krampfhafte und verbissene Festkrallen daran.

S. Kerling meets E. A. Poe

Foto: Pixabay

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2 Antworten zu “Schäbiges Licht …

  1. Auch mir leuchtet bisweilen nachts die kleine Lampe, wenn ich ganz alleine im Haus bin und es nach bösen Gedanken riecht, die mich angreifen wollen. Dann kann ich nicht richtig schlafen. Meist ist das gut, denn es verhindert die vernichtenden Träume, die oft wirklicher und schrecklicher erscheinen als alle bösen Geister und in die Tage kriechen. In ihnen gibt es gar keine Hoffnung, nicht einmal eine trügerische. Gut, dass es nicht ausschließlich solche Zeiten für mich gibt, sondern auch viel Glück und Lachen.

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  2. Guten Morgen, liebe Svea.

    Dieses vernichtend Bedrohliche kenne ich auch und ebenso die Phantasie von einem Gott, der sich am Leid ergötzt.

    Die lähmende Angst und Panik, die damit verbunden ist, läßt sich kaum beschreiben.

    Und dann war da auch das „Gegengift“, ein fast kindhaft magischer Glaube, der sich an Gebete, Affirmationen und Rituale klammerte.

    Irgendwann ist beides verschwunden; ich weiß nicht einmal wodurch genau.

    Und von frühester Kindheit an hat mich das begleitet; war nicht wegzudenken und nicht wegzuerklären.

    Irgendwann, als ich 2010 zurück nach Berlin ging, ist der letzte Rest davon verschwunden.

    Zuerst war da ein komisches Gefühl, so, als ob ich ins „nichts“ falle; doch das passierte nicht.

    Und dieses Jahr 2010 war ein richtig tolles Jahr; nie habe ich mich so frei gefühlt.

    Ok; es waren im Vorfeld auch einige wesentliche Dinge passiert:

    Meine Mutter ist gestorben, ich hatte geerbt und ich hatte eine fast suchthafte Verliebtheit loslassen können. Das war schon sehr viel.

    Das alles hat mich zu dem besonders starken Selbst in mir geführt, das ich bisher in dieser Form kaum so wahrgenommen und kaum so gelebt hatte.

    Doch meine Depressionen kamen immer noch und sie kamen deutlicher.

    Doch auch dagegen hat sich für mich ein Mittel gefunden.

    Wenn ich heute Panikattacken und Ängste habe; ja, das gibt es auch noch; dann kann ich die aber an konkret erlebten Bedrohungen festmachen.

    Und damit besser klarzukommen; daran arbeite ich jetzt.

    Mein Leben ist leichter geworden; so viel leichter!

    Ich wünsche Dir auch, daß Dein Leben wunderbar leicht wird; ich wünsche es sehr.

    Liebe Grüße,
    Frank

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