Schließe Deine Augen …

böse

Ich nehme Platz.

Der Vorhang geht auf.

Es betreten die Bühne die Kinder der Nacht.

Bin gebannt.

Ohnmacht.

Kann mich dem Schauspiel nicht entziehen.

Sie lachen mir ins Gesicht,

zeigen auf mich.

»Schließe Deine Augen, sonst siehst Du uns nicht!«

 

Bild mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Bianca Maria Samer.

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9 Antworten zu “Schließe Deine Augen …

  1. Guten Abend, liebe Svea.

    Die Bilder von Bianca Maria Samer sind schon sehr ausdrucksstark.

    Und es ist ein eigenartiges Phänomen, daß wir manches nur mit geschlossenen Augen wahrnehmen und im Wachbewußtsein, mit geöffneten Augen, nicht einmal ein Nachbild möglich ist.

    Herzlichst,
    Frank

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    • Wünsche dir einen guten Morgen, lieber Frank. Ja, eine beeindruckende Künstlerin. Ich freue mich, dass ich ihre Bilder verwenden darf. Sie berühren mich so sehr. Und danke Dir, dass du mir schreibst und immer wieder meine Beiträge liest. Und ich? Ich bin so – so schleißig – wie man sagt. Kennst du das Wort? Lieben Gruß, Svea

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      • Guten Morgen, liebe Svea.

        Das Wort „schleißig“ kannte ich nicht, kann aber direkt entnehmen, was es bedeutet; dafür habe ich hier aber das Wort „huddelig“ kennengelernt, was träge und unordentlich heißt. Mein Laufentennachbar hat den Spitznamen „Huddel“. 😉

        Und ich schreibe Dir gerne; es ist einfach so.

        Liebe Grüße,
        Frank

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    • Hallo und guten Morgen.

      Es gibt für ein Gefühl der absoluten Ohnmacht und des sich Vereinnahmtfühlens, das im Tag- oder Wachbewußtsein fast nicht greifbar ist.

      Es geht über emotionale Erpressung weit hinaus.
      Es ist so etwas wie eine nichtkörperliche, allumfassende Vergewaltigung.

      Die katholische Kirche hat es als „überpersonaler Vergewaltiger“ mit „Erbsünde“ bezeichnet; doch da läßt sich auch auf sehr personaler Ebene noch etwas „hinzufügen“… Und dann…

      Selbst eine, wie auch immer geartete „Gegenwehr“ hilft nicht viel, weil jede Rebellion dagegen ein emotionales persönliches „Schuldeingeständnis“ beinhaltet und damit das „Recht“ der Vergewaltiger zementiert.

      Perfider geht es nicht.

      Den gordischen Knoten kann man zerschlagen; doch dann bleibt immer noch ein gewaltiges Stück emotionaler Selbstverletzung erhalten, weil man in dieses System hineingeboren wurde und irgendwie doch darin lebt; es nicht verlassen kann, egal wohin man flüchtet.

      Wie kann man es deutlich machen?… „Nach Kriegsende gab es in Deutschland urplötzlich keine Nazis mehr.“…

      Liebe Grüße,
      Frank

      Gefällt 2 Personen

      • Ich habe als Kind einer narzisstischen Mutter diesen Knoten zerschlagen, bevor ich wusste, was das bedeutet und mich emotional gelöst. Auch habe ich mir eine Familie versucht aufzubauen, die das lebt, was ich für Kinder – und auch für mich – als lebenswert erachte (s. meinen Beitrag „Familienleben“). Störfeuer vorprogrammiert. Viele Kämpfe, viel Verzicht. Wunden bleiben. Wobei ich zugeben muss, ich habe einen Hang zum Kämpfen, aber auch zur Harmonie.
        Eine Bindung durch das Gefühl meiner Verantwortlichkeit und auch ein manchmal aufkommendes Schuldbewusstsein sind in der Tat geblieben. Ich bemühe mich, sie auszufüllen, oft schwierig.
        Was die „Erbsünde“ betrifft, so fand ich früher diesen Begriff einfach nur unverschämt, konstruiert, um uns zu fesseln. Später jedoch merkte ich, dass durch die Familie begangenes Unrecht in der Tat unterbewusst weitergereicht wird – so lange, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Auf die Spur solch bannender „Familiengeheimnisse“ kann eine Familienaufstellung führen.

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    • Auch dir. DIR, mein Liebe, vielen Dank für Deine immer wiederkehrenden Worte. Für deine Kommentare und Dich. Ich wünschte, ich könne dir immer und gleich antworten und mehr. Zumeist stürzen mich meine eigenen Worte so in eine Starre, so in Gedanken, so in eine andere Welt … und manchmal verweile ich dort mehr als mir gut tut. Doch es geschieht aus freien Stücken. Es ist wie ein Lebenselixier und ich muss in diese Welt, um dieses Fläschchen mit diesem Elixier aufzufüllen. Umarme Dich, Svea

      Gefällt 2 Personen

      • Ich verstehe dich sehr wohl, falle ich doch selber immer wieder in meine Anderwelt, die noch längst nicht voll erforscht ist und die ich nicht missen kann – ganz plötzlich aus großer Freude und Erfüllung. Zurück zu dem Lied, das ich einst sang, dessen Zeilen dann unentwegt in mir klingen :
        Was vermeid ich denn die Wege,
        Wo die andren Wandrer gehn,
        Suche mir versteckte Stege
        Durch verschneite Felsenhöhn?

        Habe ja doch nichts begangen,
        Daß ich Menschen sollte scheun –
        Welch ein törichtes Verlangen
        Treibt mich in die Wüstenein?

        Weiser stehen auf den Straßen,
        Weisen auf die Städte zu,
        Und ich wandre sonder Maßen,
        Ohne Ruh, und suche Ruh.

        Einen Weiser seh ich stehen
        Unverrückt vor meinem Blick;
        Eine Straße muß ich gehen,
        Die noch keiner ging zurück.

        Weil nur beides zusammen mich ausmacht, meine Seele zusammenhält.

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  2. Hallo.

    Es bleibt sehr viel. Mein Weg ist irgendwie sehr anders gewesen.

    „Kämpfer“ irgendwie war ich das und irgendwie auch nicht; auch hier wurden Tabus bei mir gesetzt. „Wehr Dich nicht; Du weißt nicht, wie stark Du bist. Du könntest Dich und uns damit unglücklich machen.“

    Das meinte mein Vater einmal zu mir. In der damaligen Volksschule wurde ich von Mitschülern regelmäßig verprügelt, weil sie merkten, daß ich mich nicht wehrte und anders war.

    Als mein Vater das Tabu des sich nicht wehrens aufhob, kündigte ich den Mitschülern an, daß ich mich von nun an wehren würde.

    Auf dem Heimweg lauerten sie mir auf und ich wehrte mich auf eine Weise…

    Ein Mitschüler blieb ohnmächtig liegen und wurde von zwei Erwachsenen nach Hause getragen… Ich fühlte mich fürchterlich…

    Und als Kind war ich der Überzeugung, daß das Christentum falsch gelebt wurde und suchte nach dem „richtigen Christentum“ und meinem persönlichen „Gottesbeweis“. Ich suchte später auch in der Magie, der Logik folgend, daß, wo das eine ist, auch das andere sein müsse…. Es gibt seltsame Energien…

    Heute erkläre ich es mir mit morphogenen Feldern, die ineinandergreifen.

    Von meiner Mutter habe ich mich erst losgesagt, als sie den Bogen absolut überspannte; es gab ja den behinderten Bruder…

    Sie ist ohne mich gestorben und hat alles durchlebt, wovor sie Angst hatte.
    Ich hatte mich wirklich losgesagt damals; sie ist ohne mich gestorben und ich war auch nie an ihrem Grab.

    Jetzt, in Marsberg scheint nun wirklich etwas besonderes für mich anzustehen.

    Hier gab es die Irminsul…

    Es gab so einiges an besonderen Erlebnissen bei mir in den letzten Jahren…

    Und Menschen? Mit den meisten kann ich recht gut „umgehen“…. 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

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