Der Tod – er stand einfach nur da.

Dieser Traum

Die angenehmsten Menschen sind jene,
die nie gelebt haben. (E. A. Poe)

Sie hielt die Luft an, um besser in den Wald zu hören. Deutlich vernahm sie des Menschen letzten Atemzug. Ganz leise. Niemand anders konnte sein Wimmern mehr hören. Niemand sonst hätte sein Wehklagen hören wollen. Nur sie.

Sie kannte diesen Blick. Der Blick, wenn man sich dazu entschließt, sein Leben gehen zu lassen. Es war jener Augenblick, in dem man sich der Ausweglosigkeit bewusst wird. Dann, wenn man die Aussichtslosigkeit in sich aufnimmt. Wenn das Leben dem Tod Platz macht. Wenn es sich bereitwillig und aus freiem Willen zurückzieht.

Ein letzter Kampf, ein letztes Aufbäumen, bis man es endlich verinnerlicht hat. Ein letzter quälender Atemzug, nur um dann endlich loszulassen. Das Leben freizulassen und ihn willkommen zu heißen. Ihn, nach dem sich zu diesem Zeitpunkt alles in einem gequälten Körper sehnt: Den Tod.

Der Tod will nur eines: Jene, die nach ihm rufen und ihn darum bitten, von den Schmerzen zu befreien. Er kommt als das, was er ist. Als ein treuer Gefährte. Als eine Erlösung. Das Ende ist immer gleich. Es sind nur Nuancen, die sich voneinander unterscheiden. Ein bisschen höher, bisschen länger, klein wenig kürzer. Lauter, leiser. Doch nie ist er auch nur um eine Spur gnädiger.

kostenlose Kindle-Buchvorschau (Amazon)

S. Kerling meets E. A. Poe

Advertisements

3 Antworten zu “Der Tod – er stand einfach nur da.

  1. Der Tod ist das Unabänderliche, eine der wenigen Konstanten in unserem Leben. Als solches ist er verlässlich, die letzte Wahrheit. Für die Zurückgebliebenen der endgültige Verlust, für die am Leben Leidenden oft wirklich die Erlösung. Das Schlimmste ist nicht der Tod, sondern meist die Zeitspanne, die unweigerlich – manchmal viel zu früh, zählt man nach Lebensjahren – darauf hinführt.

    Gefällt mir

  2. Hallo, liebe Svea.

    Leben ist immer ein wenig wie Sterben; bei manchem ist es Erlösung und bei manchem ein liebevoller Abschied, wenn man Glück hat.

    Schlimm ist für mich ein „Dazwischen“, das so „alles nicht“ ist…

    Liebe Grüße,
    Frank

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s