Der Weg …

»Es ist das Leben, das geht. Es ist nicht der Tod, der kommt. Der Tod holt sich kein Leben. Der Tod fängt das Leben auf. Er gibt den Seelen ein Zuhause. Keine Seele muss durch leere Straßen und Gassen herumirren. Das Warten auf das Licht ist vergebens, denn es wird nie kommen. Das Licht meidet die Dunkelheit.«

»Ist es denn das Leben selbst, das die Trauernden bestraft?«

»Tja, mein Kind. Es ist so eine Sache mit dem Leben und mit dem Tod. Wo ist die Brücke, die diese zwei Welten verbindet? Wer kann sie beschreiten? Der Lebende hier, der Tote dort. Der Weg allen Sterbens. Wohin führt er?«

»Sind wir nicht alle Lebende und Sterbende zugleich?«

» … «

 

 

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4 Antworten zu “Der Weg …

  1. Ein wahrer und eindrücklicher Text. Bei aller Gewalt auch wieder auf berührende Weise zart.
    Der Tod erinnert uns auch – was durchaus manchmal notwendig erscheint – an unsere Endlichkeit und macht, wenn man ihn nicht sofort beiseite schiebt und aus dem eigenen Leben hinausschmeißt, demütig. Demut wiederum befreit uns von der Bürde, so ganz besonders wichtig sein zu wollen – zu müssen.
    Die Brücke ist in unserer Seele, wenn wir sie öffnen. Oft bildet sie sich zaghaft erst, nachdem wir uns durch den Schmerz hindurch gekämpft haben.

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