Beute …

„Die Vorhänge zur Straße hin sind zugezogen.

Ich ertrage es nicht mehr: das Leben.

Ich ertrage die Menschen nicht mehr.

Ich ertrage ihre Gesichter nicht mehr.

Ich will sie nicht. Ich sehe ihre Münder, wie sie scheinheilig Worte formen. Ihre Lippen, wie sie sich zu einem fadenscheinigen Lächeln verformen. Ihre Augen suchen nach Beute. Nach Beute, die sich nicht wehren kann. Beute, verwundet und verletzt. Vom Leben verstoßen, vom Tod ungeliebt. Es gibt keinen Ausweg. Wohin fliehen? Ich bin leichte Beute, unfähig zu fliehen. Ich winde mich. Noch.

Möchten sie mir doch endlich den Todesstoß versetzen.

Es raschelt an der Tür. Post. Ein Brief rutscht durch den schmalen Schlitz. Er segelt zu Boden und landet auf der Spitze des Stapels. …“

© by Svea Kerling

 

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