Die Equipe – Der letzte Sitzkreis

Sie nickte in sich hinein. »Ja, ich mag ihn.«

»Spinnst du denn nun komplett? Man könnte meinen, dein Gehirn würde längst von der Decke hängen. Dieser Typ, er ignoriert dich – im Übrigen tun das alle! Was kann er denn überhaupt? Nur blöd reden. Er ist nichts weiter als ein Egoist – so wie alle hier. Was habe ich dir über die Männer gesagt? Soll alles umsonst gewesen sein? Ich brauche Popcorn. Viel mehr Popcorn. Der Film nimmt eine erschreckende Wendung.«

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Eigentlich …

 

»Eigentlich? Ach bitte, hör doch mit diesem sentimentalen Quatsch auf. Lieben – wenn überhaupt – kannst du nur dich selbst oder das, was du tust. Oder auch das, was du nicht tust, und das, was du nicht bist. Allenfalls lass es bleiben. Und jedes Eigentlich erledigt sich somit von selbst.«

© Svea Kerling

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Nichts für ungut …

Buecher.jpgDie Blicke aller hier Sitzenden waren nunmehr auf sie gerichtet. Sie saß immer knapp einen halben Meter abseits vom sonst fast perfekt symmetrischen Sitzkreis.

Unfried nickte in sich hinein. »Wir sind ein ganz gutes Stück vorangekommen. Ich bin stolz auf Sie alle.« Unfried war sichtlich mit sich zufrieden, doch weit davon entfernt, diesen Umstand zu genießen. Dazu war auch keine Zeit.

Kjell brannte währenddessen eine Frage auf der Zunge. »Nichts für ungut, alte Frau. Gut gebrüllt, möchte man meinen. Fast philosophisch anmutend, aber …«, er wiederholte sich theatralisch ausladend mit einem Blick zu Hanna, »aber … was ist jetzt mit diesem Liebesgedöns, Hanna? Dieses Dings mit mangelnder Liebe. Keiner Liebe. Keinem Familienzusammenhalt. Es interessiert mich, Hanna. Die Alte kann mich mal.« Kjell wandte sich an die alte Frau und zwinkerte ihr zu. »Vielleicht würdest du ja. Aber ich müsste verneinen. Ich steh nicht auf Cremetorten. Eventuell auf …

© Svea Kerling https://www.sveakerling.com/

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»… ein Kackhaufen hier.«

„… wie ein Versuchsäffchen vor seiner ersten Behandlung.

Rebellen hatte er schon in der Pfeife geraucht und das mehrmals; sogar hintereinander, sogar vor dem Frühstück. Das hatte er. Hatte er doch, oder?

»… ein Kackhaufen hier.«

Es wurde still.

Kein Raunen.

Niemand schaukelte, niemand wippte.

Kein Atmen.

Kein Papier.

Keine Schokolade.

… unter seiner hellen Haut zeichneten sich die Adern genau ab.“

© 2017 Svea Kerling (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

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Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

Rezensionsexemplare „Die Equipe“

Rezensionsexemplare. Ja oder doch ein Nein?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht.

Es sind ein paar Anfragen eingetrudelt – ebenso ein paar fragwürdige Bittstellungen (wollen wir sie mal so nennen).

Soll ich? Soll ich nicht?

Nunmehr habe ich mich dazu durchgerungen,   2 Rezensionsexemplare auszugeben.  skål

Jedoch weder an Jäger noch an Sammler, sondern an Kenner, an Liebhaber (nein, nicht an meine ;), an therapieresistente Sitzkreisler und … hey, falls mich wer überzeugt, warum auch nicht an die Unfrieds der Runde.

Also, seid bitte so frei – falls ihr Lust, Laune und Interesse habt (in beliebiger Reihenfolge) und gebt mir bitte Bescheid. Gebt mir einen Grund. Einen Glauben und im Eventualfall später eure Anschrift.

mail@sveakerling.com

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Mehr zum Buch auf sveakerling.com

 

 

 

 

 

 

Das Leben – so scheint es – ist eine üble Sache. (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

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Keiner da; ich stehe mitten im Raum. Ein Raum, nicht groß, nicht klein. Hell. In seiner Mitte Stühle mit blauen Sitzauflagen, eine davon wirkt bereits stark abgenützt.

Ich sehe ihn vor mir sitzen. Er sitzt immer dort; den Block auf seinem Schoß, sein Blick oft leer. Hoffend. Resignierend. Das Leben – so scheint es – ist eine üble Sache. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, darüber nachzudenken. Ich muss schmunzeln, richte meinen Hut, schiebe den Stuhl zurecht und nehme Platz. Es macht keinen Unterschied, ob ich sitze oder stehe …

© 2017 Svea Kerling (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)