Autorenvorstellung (Interview)

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Autorenvorstellung/Fragen von: Caroline an mich

auf Blog der wunderbaren Caroline Régnard-Mayer

 

Name, Alter, Wohnort (wenn du möchtest!)

Svea Kerling,  geboren in den 70ern. Die 80er überlebt, 90er verlebt; Wien

Seit wann schreibst du?

Mag es auch wie eine einfache Frage klingen, der Teufel steckt – wie so oft – im Detail.

Seit ich denken kann? Wohl eher nicht.

Aber die genauen Gründe hier auszuführen, würden den Rahmen der gegenständlichen Autorenvorstellung sprengen.

 Seit ich schreiben kann? Wohl eher nicht.

Zwischen Schreiben und Schreiben liegen Welten und mehr. Auch hier wieder diese Sache mit dem Sprengen.

Im Grunde habe ich das geschriebene Wort seit jeher dem Gesprochenem vorgezogen.

Nun nochmals zu Deiner Frage: Seit wann?

Seit ich im Zuge eines Gewinnspiels Badezimmermöbel gewonnen habe. Klingt komisch, ist aber so.  Es handelte sich in der Tat um ein Gewinnspiel eines schwedischen Möbelhauses (eh schon wissen ;). Gesucht wurde nach dem „Warum“. Warum man diese Möbel gewinnen möchte und sollte oder sogar – wie in meinem Fall – musste. Ja, musste, denn mein Badezimmer hatte so manches nötig – nicht nur, aber auch und vor allem – Badezimmermöbel J

Nicht durchgezählte Abende später stand ich nun zwischen meinen neuen Möbeln, ergötzte mich an meinem neuen Duschvorhang; dieser in perfekter Abstimmung mit meinen neuen Handtüchern, diese wiederum elegant platziert auf dem dafür gewonnenen Schrank und dachte mir beiläufig, wenn auch zwingend, dass mein Bettelbrief zu dem Warum wohl zu etwas taugen musste. Warum und wozu auch immerJ   

Gewonnen habe ich nie wieder etwas.

 Was schreibst du?

Ich schreibe Gedanken, die sich mir naturgemäß aufdrängen und mich sohin begleiten. Nein, bedrängen. Bedrängen trifft es eher.

 2004/2005 schrieb ich für eine Baby-Zeitschrift. Ich war schwanger und brauchte das Geld 😉

Es folgte ein Beitrag für »Literarisches Österreich«

 2014 veröffentlichte ich »Schwarz oder Weiß, Borderliner kennen kein Grau.«, im Orange Cursor Verlag.

Nein, kein Ratgeber. Nach Tipps sucht man in meinem Buch vergeblich. Es ist einfach »nur« ein Buch mit/über/von/ mir, meinem Alltag, Borderline und allerlei sonstiger Geister, die ich rief oder auch nicht rief (dies jedoch als kein Hinderungsgrund angesehen wurde. Besagte Geister kamen auch ohne Einladung).

Ich öffnete mein Hirn und lasse sohin meine Leser einen Blick erhaschen. Und glaube mir, mehr braucht es nicht. Viel mehr kann ich meinen Lesern auch nicht zumuten als ein paar „Sezierstücke“.

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich endlich dazu aufgerafft habe, erneut ein Buch zu schreiben. Ich spreche auch hier von einem richtigen Buch.  Mit Sinn und Unsinn. Ein Buch, an dem noch die Hirnmasse klebt und der Leser noch eine Weile daran zu kratzen hat. Es nahm viel  Zeit in Anspruch, meine Gedanken zu Papier bzw. auf Word zu bringen.  Nach »Schwarz oder Weiß«  fiel ich in ein tiefes Loch. (Wohl zu viel Hirnmasse zwischen den Zeilen hängengeblieben.) Sehr schwarz. Sehr tief.

Kritzelte nur kurze Gedanken vor mich hin (doch nie gedankenlos).

Vergleichbar mit einem Geburtsschmerz, nur dass das anfängliche Glücksgefühl nahtlos in einen Baby-Blues überging. … und das war erst der Anfang und ist eine andere Geschichte.

Mein wie erwähnt zweites Buch wird im Sommer dieses Jahres erscheinen: „S. Kerling meets E.A. Poe“.

Ich selbst bin wahnsinnig. Ja, ok. Lassen wir das im Raum stehen oder besser, legen wir es behutsam hin. Eigentlich wollte ich ausführen, dass ich wahnsinnig erstaunt darüber bin, was denn da so alles in meinem Kopf vor sich geht. Dass überhaupt was vor sich geht.  Und manchmal …  Manchmal bringe ich genügend Mut auf. In diesen mutigen Momenten blättere ich in meinem Manuskript. Ich bekomme dann diesen verkniffenen, leicht irren Blick und kichere in mich hinein. Hinter all meinem Wahnsinn ist doch etwas von einem Genie versteckt. Nur dass dieses Genie ganz weit weg wohnt. Hinterm Mond oder so.

Des weiteren arbeite ich an:

 „Melancholie ist Poesie“.  Bin fasziniert davon, wie alles zusammenpasst, sich Dinge aneinander fügen; wie jedes Gedicht sich in eine Geschichte fügt. Lasst Euch überraschen!

Und last but not least: Nur dazu darf ich noch nicht viel sagen bzw. möchte ich nicht.  Es läuft »da noch was« 😉 Just diese Woche daran weitergeschrieben.  Nur so viel: Es ist schräg, sehr schräg.

Was fasziniert dich am schreiben?

Es ist die Faszination per se, die mich fasziniert. Ich bin schwer zu begeistern oder zu faszinieren. (Nur um etwas Klarheit in meinen ersten Satz zu bringen.)

Arbeitest du an einem neuen Projekt?

Wie oben angeführt.  Zurzeit sind es drei Projekte, an deinen mein Herz hängt und das Herzblut in Strömen fließt. Panta rhei.

  • S. Kerling meets E. A. Poe
  • Melancholie ist Poesie
  • Die Equipe
  • Im  Hinterkopf läuft S. Kerling meets E.A. Poe (II)

Was möchtest du uns noch sagen, z.B. Hobby, Beruf, Familie und Bücher oder ist alles gesagt?

 Oftmals reicht nur das richtige Wort zur richtigen Zeit. Ich höre es mit und in meinem Herzen. Eine Umarmung gerade dann, wenn ich niemanden in meine Nähe lasse.  All jene, die mir zuhören, wenn ich keine Worte finde. Alle jene,  die mir ihre Hände reichen. Nur allzu oft brauche ich Eure immense Kraft. Eure Worte, Eure Taten und auch Euer Risiko. Euer Mut. Ja, es ist ein gewisses Risiko und erfordert viel Mut, mir zu helfen. Jene, die mir  ihr Vertrauen schenken und an mich glauben im Wissen, dass jedweder Glauben in mir längst gestorben ist. Wie oft seid Ihr mit mir gefallen? Nur aus dem einen Grund: Damit wir gemeinsam aufstehen. Diese, jene, genau diese Menschen …

Ihr seid es, die ich meine Familie nenne. Freunde. Euch allen danke ich aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele.

 

Danke Dir beste Caro für diese Möglichkeit.

 

Der Worte sind nunmehr genug gefallen.