»… ein Kackhaufen hier.«

„… wie ein Versuchsäffchen vor seiner ersten Behandlung.

Rebellen hatte er schon in der Pfeife geraucht und das mehrmals; sogar hintereinander, sogar vor dem Frühstück. Das hatte er. Hatte er doch, oder?

»… ein Kackhaufen hier.«

Es wurde still.

Kein Raunen.

Niemand schaukelte, niemand wippte.

Kein Atmen.

Kein Papier.

Keine Schokolade.

… unter seiner hellen Haut zeichneten sich die Adern genau ab.“

© 2017 Svea Kerling (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

newheadHtzzterGG8bghasdfg

Advertisements

Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

Rezensionsexemplare „Die Equipe“

Rezensionsexemplare. Ja oder doch ein Nein?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht.

Es sind ein paar Anfragen eingetrudelt – ebenso ein paar fragwürdige Bittstellungen (wollen wir sie mal so nennen).

Soll ich? Soll ich nicht?

Nunmehr habe ich mich dazu durchgerungen,   2 Rezensionsexemplare auszugeben.  skål

Jedoch weder an Jäger noch an Sammler, sondern an Kenner, an Liebhaber (nein, nicht an meine ;), an therapieresistente Sitzkreisler und … hey, falls mich wer überzeugt, warum auch nicht an die Unfrieds der Runde.

Also, seid bitte so frei – falls ihr Lust, Laune und Interesse habt (in beliebiger Reihenfolge) und gebt mir bitte Bescheid. Gebt mir einen Grund. Einen Glauben und im Eventualfall später eure Anschrift.

mail@sveakerling.com

newheadHtzzterGG8bghasdfg.png

Mehr zum Buch auf sveakerling.com

 

 

 

 

 

 

Das Leben – so scheint es – ist eine üble Sache. (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

mann_mit_hut

Keiner da; ich stehe mitten im Raum. Ein Raum, nicht groß, nicht klein. Hell. In seiner Mitte Stühle mit blauen Sitzauflagen, eine davon wirkt bereits stark abgenützt.

Ich sehe ihn vor mir sitzen. Er sitzt immer dort; den Block auf seinem Schoß, sein Blick oft leer. Hoffend. Resignierend. Das Leben – so scheint es – ist eine üble Sache. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, darüber nachzudenken. Ich muss schmunzeln, richte meinen Hut, schiebe den Stuhl zurecht und nehme Platz. Es macht keinen Unterschied, ob ich sitze oder stehe …

© 2017 Svea Kerling (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

Gruppe Blümchen …

altermannmithut_a

… Ob dies die Gruppe Blümchen Unfried sei, fragt sie mich. Nein, das ist die Gruppe täusche dich täglich selbst, Vaihinger, aber ich lasse es und nicke bloß. Sie wirkt sehr zufrieden. Drückt ihre Handtasche eng an sich und unter leichtem Stöhnen – ich weiß nicht, ob es von ihr ausgeht oder von den Sesselbeinen – nimmt sie Platz. Das Schauspiel ist aber noch nicht eröffnet.

© 2017 Svea Kerling

So lasset das Drama beginnen …

Ach, ich mag diese Wahrheit, diese Erhabenheit in seinem Gesicht. Ganz Herr der Runde und die Tür öffnet sich. Herein kommt eine junge scheue Frau, die sich sofort entschuldigt und zum letzten verbliebenen Sessel huscht.

Ich höre den metaphysischen Gong schlagen. Das Schauspiel geht los.

So lasset das Drama beginnen, und Unfried erfüllt mir diesen Wunsch.

© Svea Kerling (Die Equipe – der letzte Sitzkreis)

 

 

 

Die Equipe …

In ihrem Roman »Die Equipe« richtet sich die Autorin Svea Kerling nicht nach der Identität der Darsteller, sondern bringt eine Darstellung in den Raum, die sich nach dem Handeln der einzelnen Darsteller richtet.

»Die Equipe« ist im Sinne der griechischen Tragödie ein durch und durch tragischer Roman, der Menschen in einer Therapiegruppe zusammenführt – unter der Anleitung eines Therapeuten. Dieser versucht – ganz der griechischen Tragödie folgend – bei seinen »Schützlingen« eine Katharsis – eine Reinigung und ein Erkennen – durchzuführen.

Doch, und das ist die Besonderheit, der sich durch die ganze Geschichte zieht, die Darsteller denken nicht an eine Katharsis, ein Teilnehmer nach dem anderen führt das ganze Geschehen ad absurdum. Gleichzeitig versucht jeder der Teilnehmer, seine Wirklichkeit und sein Erlebtes in einem alternativen Licht zu sehen und zu den anderen in Bezug zu bringen.

Die Selbsthilfegruppe – als Therapie gedacht – wird zu einem Theaterstück, das sich auch dadurch auszeichnet, dass dem Leser die Freiheit gegeben wird, sich mit den einzelnen Darstellern, die ja nur ihre Geschichte erzählen, zu identifizieren und so zur eigenen Rezeption zu finden.

Dieses Werk kann aber auch, und das zeichnet den Mut dieses Buches aus, als eine Kritik an der Methode der Gruppentherapie, wie sie vielerorts durchgeführt wird, verstanden werden. Der Therapeut und der Anspruch an die Gruppe ergibt etwas ganz Neues. Die einzelne Person kann und wird nicht mehr länger als ein ICH auftreten, sondern als Teil der Gruppe fungieren.

»Die Equipe« kennt keine Alternative am Ende, und doch gelingt es dem Leser, sich in den jeweiligen Personen einmal mehr und einmal weniger wiederzufinden. Das Mögliche und das Notwendige stehen immer im Mittelpunkt des Geschehens, kurze straffe Handlungseinheiten und sein anscheinend geringer Umfang ohne Nebengeräusche machen aus dem Werk von Svea Kerling ein kleines Meisterwerk der Tragödie.

Countdown bis zum Erscheinen läuft …

Unbenannt