Der Tod stand einfach nur da …

Dieser Traum

Dem Tod bei seiner Arbeit zuzusehen, ist hochgradig langweilig, ja sogar sterbenslangweilig.

Ich begleite den Tod nun schon eine lange Zeit – eine lange Zeit für mich, 

denn er – der Tod

 er besitzt sie nicht – die Zeit –

Er beendet sie.

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Hoffnung …

Sie beschützten jene, die es bis hierher geschafft hatten. Ein Rätsel, warum die Lebenden wieder fortgingen und diesen geschützten Ort verließen. Menschen nannten es Hoffnung. Ob diese Hoffnung da draußen auf sie wartete und sie mit offenen Armen empfangen würde? Was war es denn, was sie so tief in den Wald getrieben hatte? Die Hoffnung selbst? Die Hoffnung machte wohl ein Spiel daraus, Gepeinigte noch mehr leiden zu lassen. Aber das war nicht ihr Spiel.

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Der tote Freund …

»Auf jeden Fall kein Leben wie du es kennst.«

Diese Stimme im Kopf würde ihn noch verrückt machen. Er halluzinierte. Er bildete sich Stimmen sein. Er war müde und hungrig. Hatte seit Tagen weder gegessen noch getrunken. Seine Nerven spielten ihm Streiche. Böse Streiche. Er musste schlafen. Sich kurz ausruhen. Doch bislang war er an keiner Stelle vorbeigegangen, die ihm auch nur annähernd Schutz versprochen hätte. Er musste weiter und den Leichnam vergraben. Am besten hier. Er war tief bis in die Waldesmitte vorgedrungen. Sogar der Mond hatte längst damit aufgehört, ihn zu begleiten. Keine Eule, die mit ihrem Schrei Blut zum Erstarren brachte. Keine Maus, die im Laub raschelte. Keine Augen, die ihn aus dem Dickicht beobachteten. Er sollte seinen Freund hierher legen. Ihn weich auf Laub betten und seinen Körper unter Ästen und Reisig verstecken …

(Leseprobe Ende – Meeting III)

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All jene Mütter …

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Ja, ich weiß, Muttertag ist immer und viele halten wenig davon. Oder überhaupt nichts.

Warum nur an Muttertagen, wenn doch dies und wenn doch das …

Ist mir alles klar; bin mir dessen bewusst.

Nichts desto trotz für einige von uns tut es an diesem Tag mehr weh. An diesem Tag ist  es omnipresent. Gedanken und Gefühle kriechen an die Oberfläche; wollen gefühlt und gehört werden.

Die Welle …

… und sie alle schwammen zur vermeintlich Rettung verheißenden Küste. Sie schwammen um ihr Leben. Kämpften um ihr Leben. Doch ich war wie gelähmt. Konnte nicht. Wollte nicht. War zu weit entfernt.  Doch es tat nichts zur Sache. Ich wusste es. Nichts würde ihr Leben retten.  Mein Leben.  Wozu dieses ganze Ringen. Ringen um Luft. Um etwas, das sich mir  mit allem Sein widersetzte.

Die Welle. Sie ließ mich ahnen. Ich spürte wie sie näher kam.

Ein kleiner Felsvorsprung. Rutschig. Im selben Moment als ich danach griff, kam mir allein der Versuch schwachsinnig vor. Dachte ich wirklich hier Halt finden zu können? Das lächerliche Klammern war nur eine eingebrannte instinktive Reaktion.

Dieser Lärm. Ein schier unfassbares Dröhnen. Mein Körper wurde nach hinten gezogen, nur um anschließend nach oben gesaugt  zu werden. Immer höher. Und dann … die Welle ließ von mir ab. Machte Platz für ihre Gefährten. Mit voller Wucht begruben sie mich unter sich.

Stille. Ganz leise. Warum wehrte ich mich nicht? Warum nicht versuchen? Ein Versuch, nichts mehr als ein klägliches Scheitern. Das Wasser drang in meinen Körper. Ich atmete tief ein. Kein trügerischer Instinkt mehr. Beinahe gierig trank ich das Wasser. Der anfängliche Schmerz erlosch.

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… wo du bist.

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Meine liebe Freundin,

»Das Innere Kind habe ich auch irgendwann vergessen. … weiß leider noch ned wie ich es wiederfinden soll.«

Dein Inneres Kind. Hat es dich gefunden? Hast du es gefunden? Sei lieb zu ihm. Es wusste es nicht besser. Seid gut zueinander. Ihr wusstet es beide nicht besser. Damals, als man euch getrennt und voneinander weggesperrt hat.

Wir waren einander sehr nahe. Du hast jedes meiner Worte verstanden;  mich verstanden.  Du konntest sie lesen;  mich lesen. Du konntest zwischen den Zeilen lesen.  So oft habe ich meine rechte Augenbraue hochgezogen mit einem Lächeln auf den Lippen. In meinen Augen hättest du ein Erstaunen lesen können. Du hättest Seligkeit gesehen. Glückseligkeit darüber, dass wir einander verstehen. Seelenverwandt hast du es genannt. Uns. Du sagtest, ich würde dir aus der Seele schreiben. Du warst es, die meine Seele gelesen hat.

Ich weiß nicht wie es dort ist, wo du bist.

„Dann, wenn das Leben dem Menschen nicht mehr würdig war. Dann, wenn das Leben nur noch Schmerz und Qual bedeutete. Dann, wenn der Körper nur mehr als Brücke diente und sich der Geist nichts sehnlicher wünschte, als hinüberzugehen.

Dann, wenn der Mensch den Tod mit anderen Augen betrachtete. Als das, was er schlussendlich für jeden von uns war: Die Erlösung.“

Ist es so, meine Freundin? Hast du die Erlösung gefunden?

Es ist das Leben, das geht. Es ist nicht der Tod, der kommt.

„Der Tod holt sich kein Leben. Der Tod fängt das Leben auf. Er gibt den Seelen ein Zuhause. Keine Seele muss durch leere Straßen und Gassen herumirren.“

Ist es so, meine Freundin? Hat Deine Seele ein Zuhause gefunden?

Ruh dich aus. Schlafe in Frieden.

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Foto: Pixabay