Das Monster …

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. …

© Svea Kerling

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Du hast Angst …

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An Schlaf ist längst nicht mehr zu denken. Du lenkst dich ab. Du hast Angst einzuschlafen. Du hast Angst zu träumen. In deinen Träumen kannst du sie sehen. Hier geben sie sich dir zu erkennen. Sie zeigen sich dir in all ihrer Abscheulichkeit. In deinen Träumen bist du wehrlos. Du bist wie erstarrt. Gefangen. Gefesselt von so viel Widerwärtigkeit. Sie spielen mit dir. Sie spielen so gerne. Sie sind wie Kinder …

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Dunkelheit …

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Einst klopfte die Dunkelheit an bei mir. Langsam und beinahe zögerlich. Sie blieb lange Zeit unbemerkt. Zunächst. Doch sie war beharrlich. Sie klopfte und klopfte. Nie forsch. Nie böse. Nie gereizt. Nie ungeduldig. Sie hatte alle Zeit der Welt. Sie war da. Schon immer. Schon vor Anbeginn der Zeit …

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Verrückt …

»Wenn ich nicht schon verrückt wäre, dann …«

»Natürlich bist du es. Du bist verrückt. Fernab von ihren Linien. Verrückt von ihren Wegen, die nicht die deinigen sind. Wir haben alle unseren Weg, verrückt und fernab von anderen Wegen. Nur wenige beschreiten ihn. Wenige finden den Mut dazu. Lieber trampeln sie zwanghaft auf fremden Wegen herum, die sie für ihre angestammten und einzig richtigen halten. Sie erklären dich für geistesgestört und krank, weil du nicht in ihre Welt passt. Sie haben nur eine Welt. Und diese beschützen sie mit all ihrer Engstirnigkeit und ihrem vernichtenden Hass. Hass auf das Unbekannte. Hass auf ihre Angst. Angst vor ihrer Angst. Hass darauf, dass sie nicht sehen. Nicht wissen. Wir müssen nicht hinsehen, um zu wissen. Wir müssen uns nicht nach unserem Jäger umdrehen. Wir selbst sind der Jäger. Und wir selbst sind auf der Jagd. Auf der Jagd nach unserem Selbst.«

S. Kerling meets E. A. Poe

 

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Dieser letzte Moment …

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Sorgfältig stellte Elizabeth ihr Fläschchen Laudanum zwischen die anderen Arzneien und verschloss gewissenhaft das Kästchen. Erschöpft ließ sie sich auf ihr Bett nieder. Die Medikamente nahmen ihr die Schmerzen. Wenigstens für einen Moment. Einer dieser Momente, der ihr Leben erträglich machte. Ein Moment, an dem sie bis zur Ewigkeit festhalten wollte. Diese Momente wurden immer kürzer. Die Ewigkeit schien sich ihr manchmal nur als ein Augenblick darzubieten. Die Schmerzen überdauerten Zeit und Raum, doch noch war sie nicht bereit zu gehen. Sie wollte leben. Gott hatte ihr keine Kinder geschenkt. Jede Erinnerung an sie selbst würde verblassen. Sie selbst würde für immer verschwunden sein. Nichts würde von ihr bleiben. Der Tod würde ihr ganzes Sein in den Abgrund stoßen. Aus und vorbei. Die Endgültigkeit würde ihren Tribut fordern. Das war ihr klar, aber noch war sie nicht bereit dazu, ihrem Schöpfer entgegenzutreten. Schließlich war er es, der die Ewigkeit sein Eigen nannte. Er durfte ihr diesen letzten Moment nicht verwehren. Jemand, der über die Zeit herrschte, konnte ihr doch noch etwas davon schenken. Von der Zeit, die so kostbar geworden war. Warum tat er es nicht? Warum schaute er weg? Warum schaute er hin?

Elizabeth klingelte nach dem Dienstmädchen. Ein wenig frische Luft würde ihr guttun.

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Buecher

Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

Es freut mich sehr …

Es ist nicht meine Art – aber lasst mich doch ein wenig unartig sein.

Nicht oft (vielmehr unverhofft) versetzt man mich in Staunen  – wie auch mit dieser aktuellen Rezension.

Just als ich in finstren Gedanken schwelgte, hat es mein Herz erfreut.

Und somit einen sprichwörtlich herzlichen Dank dafür.

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2017-09-21 21_14_43-Amazon.de_Kundenrezensionen_ S. Kerling meets E. A. Poe

Eine Reise durch die Schattenwelt