Das Monster …

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. …

© Svea Kerling

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Du hast Angst …

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An Schlaf ist längst nicht mehr zu denken. Du lenkst dich ab. Du hast Angst einzuschlafen. Du hast Angst zu träumen. In deinen Träumen kannst du sie sehen. Hier geben sie sich dir zu erkennen. Sie zeigen sich dir in all ihrer Abscheulichkeit. In deinen Träumen bist du wehrlos. Du bist wie erstarrt. Gefangen. Gefesselt von so viel Widerwärtigkeit. Sie spielen mit dir. Sie spielen so gerne. Sie sind wie Kinder …

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Dunkelheit …

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Einst klopfte die Dunkelheit an bei mir. Langsam und beinahe zögerlich. Sie blieb lange Zeit unbemerkt. Zunächst. Doch sie war beharrlich. Sie klopfte und klopfte. Nie forsch. Nie böse. Nie gereizt. Nie ungeduldig. Sie hatte alle Zeit der Welt. Sie war da. Schon immer. Schon vor Anbeginn der Zeit …

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Todesstoß …

Es waren nur Spielfiguren, ausgesetzt dem Tauziehen zwischen Leben und Tod. Der Abgrund lag nicht vor ihnen. Nie. Sie hatten ihn längst hinter sich gelassen. Sie fielen längst und spürten den harten Aufprall nicht. So fixiert waren sie auf diesen kleinen zerbrechlichen Ast, den sie Hoffnung nannten. Und während sie danach griffen, bemerkten sie nicht, dass sie längst schon jeglichen Halt verloren hatten. Das, woran sie sich klammerten, war nicht mehr als ein Trugbild. Eine Fata Morgana der Seele. Menschen, diese verstümmelten Kreaturen der Schöpfung, die sich in ihrer Wirklichkeit suhlten. Es war ihnen nichts mehr vorbestimmt, als ihre Wahrheiten zu leben. Ihre Wahrheit, die sie für unumstößlich hielten. Sie selbst waren es, die sich schlussendlich den verheerenden Stoß versetzten, doch das kam ihnen nicht in den Sinn. Der Stoß in den Abgrund. Der Todesstoß. Nur dann konnten sie sich selbst erfahren. Sich erleben. Sie forderten ihn heraus.

© Svea Kerling

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Das Gesicht des Todes …

Es waren nur Spielfiguren, ausgesetzt dem Tauziehen zwischen Leben und Tod. Der Abgrund lag nicht vor ihnen.  Sie hatten ihn längst hinter sich gelassen. Sie fielen längst und nie bemerkten sie den harten Aufprall. So fixiert waren sie auf diesen kleinen zerbrechlichen Ast, den sie Hoffnung nannten. Und während sie danach griffen, bemerkten sie nicht, dass sie längst schon jeglichen Halt verloren hatten. Das, woran sie sich klammerten, war nichts mehr als ein Trugbild. Eine Fata Morgana der Seele. Menschen, diese verstümmelten Geschöpfe der Schöpfung, die sich in ihrer Wirklichkeit suhlten. Es war ihnen nichts mehr vorbestimmt, als ihre Wahrheiten zu leben. Ihre Wahrheit, die sie für unumstößlich hielten. Dass sie selbst es war, die schlussendlich den verheerenden Stoß versetzte, das kam ihnen nicht in den Sinn.

Der Stoß in den Abgrund. Der Todesstoß.

Nur dann konnten sie ihr Sein erfahren. Sie forderten ihn heraus. Ihn. Mit jeder Faser ihres banalen Daseins. Jedem Atemzug. Es war zutiefst lächerlich. So sehr sie um jeden Atemzug kämpften, fehlte es ihnen an der Begrifflichkeit. Jeder weitere Atemzug war es doch, der sie ihrer schlussendlichen Bestimmung näherbrachte. Wie dumm sie doch war. Diese Krönung der Evolution. Was wollten sie beweisen? Womit?

»Ihr Schwachköpfe! Was wollt ihr beweisen und vor allem wem? Euch selbst? Was? Wem? Dass ihr dem Tod ins Gesicht sehen müsst, um eure eigene Existenz rechtfertigen zu können? Müsst ihr ihm in seine Augen blicken, um zu begreifen? Endlich zu begreifen? Endlich zu sehen?«

Ohne sich dessen bewusst zu sein, dass sein Gesicht das letzte sein wird, was sie sehen: Das Gesicht des Todes.

©Svea Kerling 

 

 

 

 

Einsamkeit …

»Und ist nicht gerade die Einsamkeit jene, die unsere Gedanken auf Reisen schickt? Ist die Einsamkeit nicht gerade jene, die uns Abgründe erkennen lässt? Sie ist es doch, die Erklärungen für unsere Albträume liefert. Nacht für Nacht. Tag für Tag. Immerfort. Wir blicken in die Tiefe unserer Seele und beginnen zu sehen. Zu erkennen. Wir verstehen und begreifen. Einsamkeit öffnet uns die Augen. Sie erlaubt uns in jene Abgründe zu blicken, von deren Existenz wir nie zu ahnen wagten. Sie fordert uns auf hinzusehen. Nur so können wir erkennen, was in der Dunkelheit auf uns wartet. Ist es nicht das Verborgene und auch das Rätselhafte selbst, was Menschen schon immer angetrieben hat? Die Neugier, das Unbekannte zu erkennen? Dem Unbekannten seinen Schrecken zu nehmen.«

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S. Kerling meets E. A. Poe – Buchtrailer I

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben ….

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