Einsamkeit …

»Und ist nicht gerade die Einsamkeit jene, die unsere Gedanken auf Reisen schickt? Ist die Einsamkeit nicht gerade jene, die uns Abgründe erkennen lässt? Sie ist es doch, die Erklärungen für unsere Albträume liefert. Nacht für Nacht. Tag für Tag. Immerfort. Wir blicken in die Tiefe unserer Seele und beginnen zu sehen. Zu erkennen. Wir verstehen und begreifen. Einsamkeit öffnet uns die Augen. Sie erlaubt uns in jene Abgründe zu blicken, von deren Existenz wir nie zu ahnen wagten. Sie fordert uns auf hinzusehen. Nur so können wir erkennen, was in der Dunkelheit auf uns wartet. Ist es nicht das Verborgene und auch das Rätselhafte selbst, was Menschen schon immer angetrieben hat? Die Neugier, das Unbekannte zu erkennen? Dem Unbekannten seinen Schrecken zu nehmen.«

www.sveakerling.com

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Etwas Böses …

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Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

Das schäbige Licht meiner schäbigen Lampe taucht das Zimmer in schäbiges Dunkel. Seit geraumer Zeit übernimmt diese Lampe die Funktion meines treuen Begleiters und Wächters in der Nacht. Sie gibt mir das Gefühl der – wenn auch trügerischen – Sicherheit. Als ob die Lampe mit ihrem zaghaften Licht das Böse von mir fernhalten könnte. Alle Lampen der Welt, so sehr sie auch strahlen, wären nicht in der Lage, sich gegen das Böse zu wehren. So sehr sich meine Nachttischlampe auch bemüht, ihr Licht würde nicht reichen, um meine Gedanken in Helligkeit zu tauchen. Ihr Schein würde nicht reichen, das Böse von mir fernzuhalten.

Davon abzuhalten, dass …

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Das Buch zu dieser Leseprobe findest Du hier.

Bild: Pixabay

Deinen Kopf zerbrechen kannst du auch an der Tischkante …

hoodie-691449_960_720Schreiben.

Ob ich mir über das Warum und Worüber den Kopf zerbreche?

Das  Zerbrechen wäre effektiver, wenn ich ihn einfach gegen die Tischkante schlage.

Aus welchen Quellen meine Inspirationen sprudeln? Da sprudelt nichts. Alles ersäuft nur. Längst erstickt. Das würde nur ein Fischen im Trüben bedeuten (im wahrsten Sinne).

Ob es (m)eine Form wäre, der Wirklichkeit zu entfliehen? Dieses Schreiben. Mein Schreiben. Doppelter Scherzkeks, eventuell mit Schokofüllung. Ernsthaft? Auch der größte Kopfschüttler möchte nichts anders als nur fliehen. Auch wenn es nur das Wochenende ist, in das man sich rettet und dann der Einbildung unterliegt, alles sei toll, super und überhaupt. Zumindest sieht man seine Kollegen nicht in der Arbeit und darf am Montag hochoffiziell alles und jeden hassen. Sogar den Hund. Es ist schließlich Montag und an diesem Tag fällt die eigene Unzufriedenheit mit dem ganzen doofen Selbst und dem ganzen Sein nicht auf. Montag ist schuld und hat schuld und es tut gut, jemanden die Schuld zu geben. Man selbst ist es ja nicht. Es ist einfach der Montag.

Aber sorry, um den Montag, den Menschen und überhaupt um Euch geht es mir gerade nicht.

Also nochmals … Schreiben. Ich denke mal kurz darüber nach. Wirklich. Ganz echt. Zum einen das Denken oer se und zum anderen das Schreiben. Warum? Weil ich es kann? Weil ich zumindest glaube es zu können? Und was schreibe ich denn da genau? Warum diese oftmals doch sehr diffusen und skurrilen Texte, die meinem Geist entspringen? Ich wurde darauf angesprochen, ob es denn einen Richtwert gäbe? Eine Quintessenz?

Ich weiß nicht, was es da gibt. Es gibt einen stetigen inneren Dialog mit mir. Mit mir. Mit mir und mit mir auch. Ja, auch mit dir. Nein, ich bin keine gespaltene Persönlichkeit bzw. leide ich an keiner dissoziativen Identitätsstörung. Natürlich, ich darf das sagen. Ist auch bestätigt von offizieller Seite. Nichts desto trotz kenne ich mich aus mit Dissoziationen und na ja … und nicht nur einmal hab ich schon meinen Vorteil daraus gezogen, mich in diesen Zustand transformieren zu lassen.  Und das mit dem Leiden ist eine andere Geschichte. Es gehören immer zwei dazu. Zumindest. Meistens sind es mehr. Wurscht jetzt. Also, wie war das mit dem Vorteil ziehen? Ja, mach ich. Tu ich. Dann, wenn man einfach nur sein will und nicht muss. Vielmehr ist es (m)eine Persönlichkeit, die Wirklichkeiten aufspaltet und da ist es schonmal von Vorteil, das eine oder andere Ich auf Reise zu schicken und sich mal einen Bericht schicken zu lassen. Selbstgespräche? Nein, ich führe keine Selbstgespräche. Nur mit mir selbst zu kommunizieren, ist doch langweilig.  Anderseits wieder sehr komplex, wenn alle zu Wort kommen wollen. Nicht wahr? Ich bin sicher, auch in Dir gibt es Teile, die keine Teile von Dir sind. Kennst Du ihn? Den Teil von Dir, der kein Teil von Dir ist? Er ist immerzu in Deinen Gedanken. Deiner Seele, Deinem Geist? Witzig, nicht wahr? Höre ich da ein »Nein, ich bin doch nicht verrückt.« Schade, sage ich. Dann bleibe auf Deiner Spur, die Du mit so vielen anderen unverrückbaren Geistern teilst und jeder von Euch hält ihn für seinen ganz persönlichen und bestgehüteten Schatz (oder was auch immer).

So, dies war nun die Kunde meiner Gedanken vor meinem Frühstücks-Kaffee (ergo bitte ich um Nachsicht).

Ob ich die Menschen denn nicht liebe? Mehr als Eure Ahnung es zulässt. Nur die Menschheit … ob ich sie mag? Da hege ich noch Zweifel.

Ich bin die Welle …

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Ob sie einfach gegen den nächsten Baum fahren sollte? Aus freien Stücken oder einfach aus dem banalen Grund, weil Tränen ihr jegliche Sicht nahmen? War es so einfach? Konnte es so schnell gehen?

Lärm näherte sich. Wellenartig. Grollend. Bedrohlich. Die Welle wuchs, nahm immer mehr an Gewalt zu. Durchdringend. Tobend. Unheilvolles Grölen durchstieß ihr Gehirn, drang immer weiter vor, nur aus einem Grund. Um sich in ihrem ganzen Körper auszubreiten und zu bezwingen. Wie eine fremde Spezies drang das Brüllen in ihren Körper ein. Nichts sollte ihr mehr bleiben. Alles Selbst war dem Untergang geweiht. Begraben unter einer gewaltigen, unheilbringenden Welle. Sie war in ihr. Sie wurden eins.

»Aber natürlich … Ich bin die Welle.«

Sie hatte keine Angst mehr. Keine Furcht davor, gegen einen Felsen zu schlagen. Der Fels konnte ihr nichts anhaben. Nichts mehr. Er war es, der sich zu fürchten hatte. Vor ihr. Denn sie war nun diejenige, die mit voller Wucht gegen die Klippe schlug. Immer und immer wieder. Monatelang. Jahrelang. Jahrzehnte. Jahrhunderte. Solange bis von ihm nicht mehr übrig blieb als ein Stein. Ein winziger Stein. Sand. Ein Häufchen Elend, das irgendwann durch Kinderhände rieselte.

©Svea Kerling

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Gedanken an der Decke

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Kennst Du das Gefühl?

Dieses bestimmte Gefühl, wenn Du um 4 Uhr Morgens die Augen aufschlägst, gegen die Decke starrst und überlegst.

Du überlegst, warum in Gottes Namen Du jetzt wach liegst und warum in Gottes Namen Du nicht weiterschlafen kannst.

Du bist müde, drehst Dich zur Seite. Du versuchst Deinen Atmen zu beruhigen. Dich zu beruhigen. Es gelingt Dir nicht. Du hörst Dein Herz schlagen. Du hörst Dein Blut rauschen. Es ist hier einfach zu laut.

Du wälzt Dich so lange im Bett bist Du wieder am Rücken liegst. So lange bis Du wieder die Decke anstarrst. Dein Körper ist noch müde. Dein Geist jedoch beginnt aufzuwachen. Verräter!

Du versuchst Deine Gedanken zu lesen. Sie von der Decke zu kratzen. Du bist dabei, sie zu ordnen. Ihnen Form zu geben. Sie nehmen Gestalt an. Werden mächtiger. Ergreifen von Dir Besitz.

Wehren? Wogegen? Gegen das, was Dir vorbestimmt ist? Sei nicht lächerlich! Was willst Du tun? Was musst Du tun? Es ist ganz leicht.

Plötzlich ist jede Schwere aus Deinen Gliedern verschwunden. Du fängst alle Gedanken auf. Einen Gedanken nach dem anderen.

Du schreibst sie nieder. Du musst sie nur richtig lesen, sie begreifen. Sie erzählen Dir ihre Geschichte. Und Du? Du bist das Werkzeug. Nicht mehr.

 

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Das Leben (M)ein Kackhaufen

 

 

bullshit          Hinweis in eigener Sache

 

 

Es würde mir an der Liebe zum Leben fehlen?

What the Fuck? Und?  WO ist das Problem?

Ich müsse lernen, mich so anzunehmen wie ich sei?

What the Fuck? Warum sollte ich das?

Ich solle mich umsehen und endlich merken wie gut es mir geht?

What the Fuck? Was soll der ganze Scheiß?

 

Ein paar „dreckige“ Gedanken von mir.

Das Leben (M)ein Kackhaufen

 

 

Der Tellerrand liegt im Norden.

 

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Nie Ohne Seife Waschen. Norden, Osten, Süden, Westen. Wer kennt diese Eselsbrücke nicht? Ohne sie wäre ich im Geografie-Unterricht vollkommen verloren gewesen. Norden war für mich immer oben. Immer gerade oben mittig. Immer in der Richtung, in die ich blickte. Natürlich bin ich heute schlauer. Wäre ja schlimm, wenn nicht. Die Sache mit der Hoffnung … Ich weiß mittlerweile, dass ich in viele Richtungen blicken kann und meine Blickrichtung nicht immer zwangsläufig Norden ist.  Auch im Norden scheint die Sonne. Sagt man. Der Norden bedeutet nicht zwangsläufig Kälte, Eis, Schnee und Hundeschlitten. Tja, ich bin schon ziemlich ausgeschlafen. Nur nicht am Morgen. Doch es braucht noch eine Weile, bis ich mich mit meiner Tochter in Geografie messen kann. Zu meiner Verteidigung, sie ist seit nunmehr zwei Jahren Pfadfinderin und somit nicht zu unterschätzen. Sollte ich mit jemandem im Wald verloren gehen, dann bitte mit ihr.

Norden. Finnland? Meine Nichte möchte unbedingt nach Finnland. Sie ist prächtige 15 Jahre, in voller pubertärer Blüte und Reife. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Und in jenen trüben Momenten möchte sie nach Finnland.

„Laut Studien, soll es dort die depressivsten Menschen geben. Auch die meisten Selbstmorde.“

„Oh ja, wahnsinnig toll (Sarkasmus off). Dann ab nach Lappland. So ein Robbenfell soll schmeichelnd die Figur umspielen.“ „Finnland, Tante, nicht Lappland.“

„Sorry, aber du weißt, ich war noch nie gut in Geografie.“

„Heißt Batman auf Schwedisch nicht Läderlappen?“

„Bitte, du bist so peinlich.“

„Okay, okay, ich verstehe. Ich bin schon ruhig.“

Diskussionen mit 15-jährigen Teenagern versuche ich nach Möglichkeit, je nach Tageszeit und Befinden, zu vermeiden.

„Und du weißt schon, dass es in Finnland auch früh finster wird?“

Ich denke laut: „Wen kümmert es? Sonne macht mich ohnehin depressiv und Falten macht sie auch.“

Das nördlichste Ziel, das wir just vor Augen haben, ist die Fahrt zum IKEA. Ja, da hat man sich etwas gedacht dabei. Nein, ich war niemals im Schweden. Aber ich mag Schwedenbomben. Nein, ich rede nicht von den blonden Augenweiden, den feuchten Traum vieler Männer. Auch nicht von den blonden, schwedischen Hünen Olaf und Lasse. Ich meine gezuckerten Eisweißschaum in Schokolade auf Keksboden. Auch Mohrenkopf, Negerkuss…. Aber bitte jetzt keine politische Diskussion.

Norden: Kalt

Süden: Warm.

So einfach? Was lernen wir daraus?

Auf jeden Fall lernen wir mehr als in der Schule. Die wahre Schule findet ohnehin nicht im Schulgebäude statt. Das wahre Lernen findet nach der Schule statt. Es findet vor der Schule statt. Neben der Schule, unten, oben……. Dann, wenn das Leben uns einholt. Ob wir von Süden nach Norden, oder von Norden nach Süden fliehen….

Es ist so egal, das Leben wartet schon auf uns. Es ist am Ziel, noch bevor wir uns selbst dessen bewusst werden.

Es ist nicht alles Norden, was oben ist. Es ist nicht alles kalt, was Norden ist. Treten wir einen Schritt zurück. Schauen wir über den Tellerrand. Die Richtung ist hier egal, wir werden in jeder Ecke (vorausgesetzt es ist ein eckiger Teller) Neues entdecken, wir werden uns neue Fragen stellen. Wir werden vielleicht erstmals Antworten finden, auf Fragen, die wir nie gestellt haben. Seien wir doch einfach neugierig. Seien wir mutig. Seien wir menschlich.

skål

 

© Svea Kerling

 

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