Todesstoß …

Es waren nur Spielfiguren, ausgesetzt dem Tauziehen zwischen Leben und Tod. Der Abgrund lag nicht vor ihnen. Nie. Sie hatten ihn längst hinter sich gelassen. Sie fielen längst und spürten den harten Aufprall nicht. So fixiert waren sie auf diesen kleinen zerbrechlichen Ast, den sie Hoffnung nannten. Und während sie danach griffen, bemerkten sie nicht, dass sie längst schon jeglichen Halt verloren hatten. Das, woran sie sich klammerten, war nicht mehr als ein Trugbild. Eine Fata Morgana der Seele. Menschen, diese verstümmelten Kreaturen der Schöpfung, die sich in ihrer Wirklichkeit suhlten. Es war ihnen nichts mehr vorbestimmt, als ihre Wahrheiten zu leben. Ihre Wahrheit, die sie für unumstößlich hielten. Sie selbst waren es, die sich schlussendlich den verheerenden Stoß versetzten, doch das kam ihnen nicht in den Sinn. Der Stoß in den Abgrund. Der Todesstoß. Nur dann konnten sie sich selbst erfahren. Sich erleben. Sie forderten ihn heraus.

© Svea Kerling

www.sveakerling.com

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Das Gesicht des Todes …

Es waren nur Spielfiguren, ausgesetzt dem Tauziehen zwischen Leben und Tod. Der Abgrund lag nicht vor ihnen.  Sie hatten ihn längst hinter sich gelassen. Sie fielen längst und nie bemerkten sie den harten Aufprall. So fixiert waren sie auf diesen kleinen zerbrechlichen Ast, den sie Hoffnung nannten. Und während sie danach griffen, bemerkten sie nicht, dass sie längst schon jeglichen Halt verloren hatten. Das, woran sie sich klammerten, war nichts mehr als ein Trugbild. Eine Fata Morgana der Seele. Menschen, diese verstümmelten Geschöpfe der Schöpfung, die sich in ihrer Wirklichkeit suhlten. Es war ihnen nichts mehr vorbestimmt, als ihre Wahrheiten zu leben. Ihre Wahrheit, die sie für unumstößlich hielten. Dass sie selbst es war, die schlussendlich den verheerenden Stoß versetzte, das kam ihnen nicht in den Sinn.

Der Stoß in den Abgrund. Der Todesstoß.

Nur dann konnten sie ihr Sein erfahren. Sie forderten ihn heraus. Ihn. Mit jeder Faser ihres banalen Daseins. Jedem Atemzug. Es war zutiefst lächerlich. So sehr sie um jeden Atemzug kämpften, fehlte es ihnen an der Begrifflichkeit. Jeder weitere Atemzug war es doch, der sie ihrer schlussendlichen Bestimmung näherbrachte. Wie dumm sie doch war. Diese Krönung der Evolution. Was wollten sie beweisen? Womit?

»Ihr Schwachköpfe! Was wollt ihr beweisen und vor allem wem? Euch selbst? Was? Wem? Dass ihr dem Tod ins Gesicht sehen müsst, um eure eigene Existenz rechtfertigen zu können? Müsst ihr ihm in seine Augen blicken, um zu begreifen? Endlich zu begreifen? Endlich zu sehen?«

Ohne sich dessen bewusst zu sein, dass sein Gesicht das letzte sein wird, was sie sehen: Das Gesicht des Todes.

©Svea Kerling 

 

 

 

 

S. Kerling meets E. A. Poe – Buchtrailer I

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben ….

Meine Bücher

 

 

Hoffnung …

Sie beschützten jene, die es bis hierher geschafft hatten. Ein Rätsel, warum die Lebenden wieder fortgingen und diesen geschützten Ort verließen. Menschen nannten es Hoffnung. Ob diese Hoffnung da draußen auf sie wartete und sie mit offenen Armen empfangen würde? Was war es denn, was sie so tief in den Wald getrieben hatte? Die Hoffnung selbst? Die Hoffnung machte wohl ein Spiel daraus, Gepeinigte noch mehr leiden zu lassen. Aber das war nicht ihr Spiel.

Zu meinen Büchern

Hoffnung – eine Tragödie in drei Akten.

welle

Schier leblos trieb ihr Körper im Wasser. Ihr Gesicht brannte unter der Sonne. Trugbilder waren das Einzige, woran sie sich festhalten konnte und worauf sie vertraute. Sie vertraute darauf, dass sie ihnen nicht vertrauen konnte. Mehr brauchte es jetzt nicht. Trugbilder hatten nur eine einzige Funktion: zu betrügen. Wer daraus falsche Hoffnungen knüpfte, konnte sich auch gleich an seiner geknüpften Hoffnung aufknüpfen.

Ihre Augenlider wurden schwer. Es wäre ein Leichtes, sie zu schließen. Vielleicht etwas schlafen. Nur ein kurzes Nickerchen. Oder für immer …

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Excerpt Ende

Erlösung …

Warum hätte er sich dem Unvermeidlichen in den Weg stellen sollen? Warum gegen etwas ankämpfen, das unbesiegbar war? Warum einem Menschen das Letzte nehmen, was ihm blieb: Die Hoffnung.

Die Hoffnung, in Würde zu sterben.

 

Traurige Augen …

Augen

Ihre leicht gebückte Haltung verriet ihm, dass sie eine schwere Last zu tragen hatte. Es war eine dieser Lasten, die man gut vor den Blicken anderer verbergen konnte. Eine dieser Lasten, die stets unsichtbar war vor den Augen anderer. Gut versteckt im hintersten Winkel der Seele.

Das Buch zur Leseprobe

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