Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

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Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

Ein letzter Atemzug …

Die angenehmsten Menschen sind jene,
die nie gelebt haben. (E. A. Poe)

EHS_2176 sw Drama

Sie hielt die Luft an, um besser in den Wald zu hören. Deutlich vernahm sie des Menschen letzten Atemzug. Ganz leise. Niemand anders konnte sein Wimmern mehr hören. Niemand sonst hätte sein Wehklagen hören wollen. Nur sie.

Sie kannte diesen Blick. Der Blick, wenn man sich dazu entschließt, sein Leben gehen zu lassen. Es war jener Augenblick, in dem man sich der Ausweglosigkeit bewusst wird. Dann, wenn man die Aussichtslosigkeit in sich aufnimmt. Wenn das Leben dem Tod Platz macht. Wenn es sich bereitwillig und aus freiem Willen zurückzieht.

Ein letzter Kampf, ein letztes Aufbäumen, bis man es endlich verinnerlicht hat. Ein letzter quälender Atemzug, nur um dann endlich loszulassen. Das Leben freizulassen und ihn willkommen zu heißen. Ihn, nach dem sich zu diesem Zeitpunkt alles in einem gequälten Körper sehnt: Den Tod.

Der Tod will nur eines: Jene, die nach ihm rufen und ihn darum bitten, von den Schmerzen zu befreien. Er kommt als das, was er ist. Als ein treuer Gefährte. Als eine Erlösung. Das Ende ist immer gleich. Es sind nur Nuancen, die sich voneinander unterscheiden. Ein bisschen höher, bisschen länger, klein wenig kürzer. Lauter, leiser. Doch nie ist er auch nur um eine Spur gnädiger.

© Svea Kerling

kostenlose Kindle-Buchvorschau (Amazon)

 

Die Jägerin …

Einst hatte es mit nichts mehr als einem einfachen Handel begonnen. Es war nur ein Geschäft. Das Gesindel tauschte Blut und Alkohol gegen das ein, was sie hatten und was sie zu geben bereit waren: Ihr Leben. Alles, was ihnen übrig geblieben war, war nichts weiter als eine armselige Existenz.

Sie existierten. Eine jämmerliche Existenz; wertlos. Doch dieser Abschaum klammerte sich daran wie eine Affenbande an den letzten Bananenstrauch. Sie verteidigten ihr Dasein wie Hyänen ihr letztes Stück Aas vor einem hungrigen Rudel Löwen. Hätten sie doch bloß um ihr Leben gekämpft und nicht ihre Seele verkauft. Sie waren nur mehr Körper. Nicht mehr als zusammengesetzte Hautfetzen. Monster. Der Geifer triefte ihnen aus den Mundwinkeln; immer dann, wenn sie in ihr gemeinsames Gebrüll einstimmten.

Ihr widerlicher Gestank hatte sich überall festgesetzt. Vielleicht waren sie inzwischen ja nichts mehr als totes Fleisch. Eine Armee von Dahinsiechenden. Allein durch des Dämons sadistischen Humor dazu gezwungen, ihre verwesten Körper durch das Land zu tragen.

Sie schickte ihre Gedanken hinfort. Es ist ruhig geworden. Sie sollte diesen Frieden nutzen. Das nächste Schreckensszenario würde nicht lange auf sich warten lassen. Es würde wieder passieren. Das Schauspiel würde sich wiederholen.

Der Hunger meldete sich eindringlich. Nun war sie es, die zur Jägerin wurde. Der Mond spendete genügend Licht. Sie würde heute viel Glück haben bei der Jagd. Dessen war sie sich sicher. Sie war eine geschickte Jägerin …

Mehr davon? Zu meinen Büchern.

ikadüster

S. Kerling meets E. A. Poe – Buchtrailer I

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben ….

Meine Bücher

 

 

Es war bloß das Leben …

Sie wussten nichts davon. Wie es war. Was es war. Was war dieses Leben? Sie konnten sich nicht mehr daran erinnern. Jede vage Ahnung daran war verblasst. Nichts war geblieben. Wissen, verschwunden in der Ewigkeit. Allein der Umstand, dass das Leben ihnen fremd war, gab ihnen Grund, es zu verteufeln, zu jagen und zu vernichten. Es war nichts weiter als Angst vor dem, wofür andere bereit waren zu sterben. Angst vor dem Leben. Und so mordeten und schlachteten sie weiter. Metzelten diejenigen nieder, die hier nach Zuflucht suchten. Diejenigen, die nur aus einem Grund kämpften: Um zu überleben. Die Sünde, die ihren Opfern vorgeworfen wurde und wofür sie gehängt wurden, war das Leben.

Leseprobe aus S. Kerling meets E. A. Poe

 

narrin

Nur eine Beute von vielen …

Ein monströser Schatten über mir. Das Maul öffnet sich. Die Kreatur macht sich dazu auf, mich zu verschlingen; doch gerade ihr widerlicher Atem ist es, der mich anspornt und mir die nötige Kraft verleiht, die Tür aufzureißen. Ich stolpere ins Innere des Hauses. Mit einem lauten Knall fällt die Tür hinter mir zu.

Ich lausche. Um mich herum ist es still. Das Ungeheuer scheint keine Anstalten zu machen, die Tür eindrücken zu wollen. Ich lehne mich dagegen. Nichts. Ich lausche erneut. Alles ruhig. Kein Kratzen an der Tür. Kein Schnaufen. Nichts. Gibt es so leicht auf? Bin ich ihm nichts wert? Mehr steckt nicht dahinter? Bin ich nur eine Beute von vielen? Ein seltsames Gefühl von Eifersucht beschleicht mich.

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