Die Jägerin …

Einst hatte es mit nichts mehr als einem einfachen Handel begonnen. Es war nur ein Geschäft. Das Gesindel tauschte Blut und Alkohol gegen das ein, was sie hatten und was sie zu geben bereit waren: Ihr Leben. Alles, was ihnen übrig geblieben war, war nichts weiter als eine armselige Existenz.

Sie existierten. Eine jämmerliche Existenz; wertlos. Doch dieser Abschaum klammerte sich daran wie eine Affenbande an den letzten Bananenstrauch. Sie verteidigten ihr Dasein wie Hyänen ihr letztes Stück Aas vor einem hungrigen Rudel Löwen. Hätten sie doch bloß um ihr Leben gekämpft und nicht ihre Seele verkauft. Sie waren nur mehr Körper. Nicht mehr als zusammengesetzte Hautfetzen. Monster. Der Geifer triefte ihnen aus den Mundwinkeln; immer dann, wenn sie in ihr gemeinsames Gebrüll einstimmten.

Ihr widerlicher Gestank hatte sich überall festgesetzt. Vielleicht waren sie inzwischen ja nichts mehr als totes Fleisch. Eine Armee von Dahinsiechenden. Allein durch des Dämons sadistischen Humor dazu gezwungen, ihre verwesten Körper durch das Land zu tragen.

Sie schickte ihre Gedanken hinfort. Es ist ruhig geworden. Sie sollte diesen Frieden nutzen. Das nächste Schreckensszenario würde nicht lange auf sich warten lassen. Es würde wieder passieren. Das Schauspiel würde sich wiederholen.

Der Hunger meldete sich eindringlich. Nun war sie es, die zur Jägerin wurde. Der Mond spendete genügend Licht. Sie würde heute viel Glück haben bei der Jagd. Dessen war sie sich sicher. Sie war eine geschickte Jägerin …

Mehr davon? Zu meinen Büchern.

ikadüster

S. Kerling meets E. A. Poe – Buchtrailer I

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben ….

Meine Bücher

 

 

Es war bloß das Leben …

Sie wussten nichts davon. Wie es war. Was es war. Was war dieses Leben? Sie konnten sich nicht mehr daran erinnern. Jede vage Ahnung daran war verblasst. Nichts war geblieben. Wissen, verschwunden in der Ewigkeit. Allein der Umstand, dass das Leben ihnen fremd war, gab ihnen Grund, es zu verteufeln, zu jagen und zu vernichten. Es war nichts weiter als Angst vor dem, wofür andere bereit waren zu sterben. Angst vor dem Leben. Und so mordeten und schlachteten sie weiter. Metzelten diejenigen nieder, die hier nach Zuflucht suchten. Diejenigen, die nur aus einem Grund kämpften: Um zu überleben. Die Sünde, die ihren Opfern vorgeworfen wurde und wofür sie gehängt wurden, war das Leben.

Leseprobe aus S. Kerling meets E. A. Poe

 

narrin

Nur eine Beute von vielen …

Ein monströser Schatten über mir. Das Maul öffnet sich. Die Kreatur macht sich dazu auf, mich zu verschlingen; doch gerade ihr widerlicher Atem ist es, der mich anspornt und mir die nötige Kraft verleiht, die Tür aufzureißen. Ich stolpere ins Innere des Hauses. Mit einem lauten Knall fällt die Tür hinter mir zu.

Ich lausche. Um mich herum ist es still. Das Ungeheuer scheint keine Anstalten zu machen, die Tür eindrücken zu wollen. Ich lehne mich dagegen. Nichts. Ich lausche erneut. Alles ruhig. Kein Kratzen an der Tür. Kein Schnaufen. Nichts. Gibt es so leicht auf? Bin ich ihm nichts wert? Mehr steckt nicht dahinter? Bin ich nur eine Beute von vielen? Ein seltsames Gefühl von Eifersucht beschleicht mich.

Meine Bücher

buchpromo 1

Die Anderen …

Er wusste, die Straßen zeigten sich seelenlos, doch wie so oft war es nur der Schein, der Sicherheit vorgaukelte.

Er verriet nichts von den Anderen.

Die Anderen, die auf der Jagd waren. Auf der Jagd nach ihnen und ihren Seelen.

Nein, sie kamen nicht durch die Tür oder durch das offengelassene Fenster. Sie kamen mit dem Wind.

Unscheinbar, unbemerkt in der Tarnung einer kurz aufflackernden Ahnung.

Meine Bücher

 

 

 

Das Netz …

Sie schüttelte den Kopf. Ganz fest. Ganz schnell. Sie durfte sich nicht in Spinnereien verfangen. Nicht jetzt. Nicht später. Sie wusste nur allzu gut, was dann folgen würde. Immer mehr würde sie sich darin verstricken. Je mehr sie versuchen würde, sich loszureißen, desto fester würde das Netz nach ihr greifen. Es würde sich um ihre Kehle legen. Das Netz, dessen Spinnerin sie selbst war. Claire würde versuchen, es abzuschütteln. Sie würde versuchen, davon loszukommen.

Und je mehr sie sich wehren würde, desto größer wäre der quälende Schmerz. Er würde wachsen und von ihrer Seele Besitz ergreifen.

Je mehr sie sich wehren würde, desto unbarmherziger wären die Fäden.

Je mehr sie sich wehren würde, desto tiefer würden sie sich in ihr Fleisch schneiden.

Sie würde sich danach sehnen. Sie würde danach betteln: Nach ihrem letzten Atemzug.

Nein, das durfte nicht passieren. Nie wieder. Sie nahm sich fest vor, ihre …

Meine Bücher

Dornen …

Und wieder blieben ihm nur die Dornen in seinen Handflächen. Er lehnte sich mit dem Rücken an die Hausmauer  und  glitt  daran  zu  Boden.  Alles,  was blieb, waren die Dornen. Nur Dornen. Die Blüten waren zerfallen und das Nichts nahm sie für sich ein.

Sorgfältig stellte Elizabeth ihr Fläschchen Laudanum zwischen die anderen Arzneien und verschloss gewissenhaft das Kästchen. Erschöpft ließ sie sich wieder auf ihr Bett nieder. Die Medikamente nahmen ihr die Schmerzen. Wenigstens für einen Moment. Einer dieser Momente, der ihr Leben erträglich machte. Ein Moment, an dem sie bis zur Ewigkeit festhalten wollte. Diese Momente wurden immer kürzer. Die Ewigkeit schien sich ihr manchmal nur als ein Augenblick darzubieten. Doch die Schmerzen überdauerten Zeit und Raum …