Das Monster …

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. …

© Svea Kerling

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Dunkelheit …

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Einst klopfte die Dunkelheit an bei mir. Langsam und beinahe zögerlich. Sie blieb lange Zeit unbemerkt. Zunächst. Doch sie war beharrlich. Sie klopfte und klopfte. Nie forsch. Nie böse. Nie gereizt. Nie ungeduldig. Sie hatte alle Zeit der Welt. Sie war da. Schon immer. Schon vor Anbeginn der Zeit …

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Todesstoß …

Es waren nur Spielfiguren, ausgesetzt dem Tauziehen zwischen Leben und Tod. Der Abgrund lag nicht vor ihnen. Nie. Sie hatten ihn längst hinter sich gelassen. Sie fielen längst und spürten den harten Aufprall nicht. So fixiert waren sie auf diesen kleinen zerbrechlichen Ast, den sie Hoffnung nannten. Und während sie danach griffen, bemerkten sie nicht, dass sie längst schon jeglichen Halt verloren hatten. Das, woran sie sich klammerten, war nicht mehr als ein Trugbild. Eine Fata Morgana der Seele. Menschen, diese verstümmelten Kreaturen der Schöpfung, die sich in ihrer Wirklichkeit suhlten. Es war ihnen nichts mehr vorbestimmt, als ihre Wahrheiten zu leben. Ihre Wahrheit, die sie für unumstößlich hielten. Sie selbst waren es, die sich schlussendlich den verheerenden Stoß versetzten, doch das kam ihnen nicht in den Sinn. Der Stoß in den Abgrund. Der Todesstoß. Nur dann konnten sie sich selbst erfahren. Sich erleben. Sie forderten ihn heraus.

© Svea Kerling

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Etwas …

Dieser Sommer war beharrlich gewesen, doch der Herbst ist nicht mehr länger bereit, höflich um Einlass zu bitten. Bald würde seiner Wut niemand mehr Einhalt gebieten können.

Noch ist er zurückhaltend und begnügt sich damit, über meine Wangen zu streichen und sanft mein Haar zu berühren. Eine kurze Weile genieße ich seine Liebkosungen und vergesse die Einsamkeit, die mich umgibt.

Ein Geräusch. Ich schrecke hoch. Mein Blick in die Dunkelheit verrät mir nichts. Da ist nichts. Nichts, das meine Augen erspähen könnten. Nichts, das mit klarem Verstand zu erfassen wäre. Nichts, außer einem Etwas, das deutlich spürbar ist. Etwas, das meine Seele berührt. Etwas, das meiner Seele bekannt ist. Etwas, das meine Seele vor Neugier zerspringen lässt.

© Svea Kerling

Die Jägerin …

Einst hatte es mit nichts mehr als einem einfachen Handel begonnen. Es war nur ein Geschäft. Das Gesindel tauschte Blut und Alkohol gegen das ein, was sie hatten und was sie zu geben bereit waren: Ihr Leben. Alles, was ihnen übrig geblieben war, war nichts weiter als eine armselige Existenz.

Sie existierten. Eine jämmerliche Existenz; wertlos. Doch dieser Abschaum klammerte sich daran wie eine Affenbande an den letzten Bananenstrauch. Sie verteidigten ihr Dasein wie Hyänen ihr letztes Stück Aas vor einem hungrigen Rudel Löwen. Hätten sie doch bloß um ihr Leben gekämpft und nicht ihre Seele verkauft. Sie waren nur mehr Körper. Nicht mehr als zusammengesetzte Hautfetzen. Monster. Der Geifer triefte ihnen aus den Mundwinkeln; immer dann, wenn sie in ihr gemeinsames Gebrüll einstimmten.

Ihr widerlicher Gestank hatte sich überall festgesetzt. Vielleicht waren sie inzwischen ja nichts mehr als totes Fleisch. Eine Armee von Dahinsiechenden. Allein durch des Dämons sadistischen Humor dazu gezwungen, ihre verwesten Körper durch das Land zu tragen.

Sie schickte ihre Gedanken hinfort. Es ist ruhig geworden. Sie sollte diesen Frieden nutzen. Das nächste Schreckensszenario würde nicht lange auf sich warten lassen. Es würde wieder passieren. Das Schauspiel würde sich wiederholen.

Der Hunger meldete sich eindringlich. Nun war sie es, die zur Jägerin wurde. Der Mond spendete genügend Licht. Sie würde heute viel Glück haben bei der Jagd. Dessen war sie sich sicher. Sie war eine geschickte Jägerin …

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S. Kerling meets E. A. Poe – Meeting I

Ich verliere den Halt und falle zu Boden. Diese verdammten Steine. Meine Lunge brennt. Ich bekomme kaum noch Luft. Ich muss weiter. Nicht umdrehen. Auf gar keinen Fall umdrehen.

Wenn es doch so offensichtlich ist, warum dann dem Grauen ins Angesicht blicken?

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben.

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Es ist nicht der Tod …

»Der Tod will nicht gefürchtet werden. Es ist nicht der Sensenmann, nicht der schwarze Mann, der uns nach dem Leben trachtet. Wie kann uns etwas genommen werden, das uns nie gehört hat? Warum dem Leben nachtrauern, wenn es Zeit ist zu gehen?«

»Doch der Tod macht Menschen traurig. Der Schmerz um den Verlust eines geliebten Menschen tut so weh. Die Familie trauert. Es sind die Freunde, die fassungslos zurückbleiben. Allein. Verlassen. Angewidert vom Tod. Wie konnte er ihnen dieses Leben nehmen? Wie konnte er sie allein lassen?«

»Es ist das Leben, das geht. Es ist nicht der Tod, der kommt. Verwechsle das nie. Der Tod holt sich kein Leben. Der Tod fängt das Leben auf. Er gibt den Seelen ein Zuhause. Keine Seele muss durch leere Straßen und Gassen herumirren.«

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Ewigkeit