Erlösung …

 

Sie kannte diesen Blick. Der Blick, wenn man sich dazu entschließt, sein Leben ziehen zu lassen. Es war jener Augenblick, in dem man sich der Ausweglosigkeit bewusst wurde. Dann, wenn man die Aussichtslosigkeit in sich aufnahm. Wenn das Leben dem Tod Platz machte. Wenn es sich bereitwillig und aus freiem Willen zurückzog.
Ein letzter Kampf, ein letztes Aufbäumen, bis man es endlich verinnerlicht hatte. Ein letzter quälender Atemzug, nur um dann endlich loszulassen. Das Leben freizulassen und ihn willkommen zu heißen. Ihn, nach dem sich zu diesem Zeitpunkt alles in einem gequälten Körper sehnte: Den Tod. Der Tod wollte nur eines: Jene erlösen, die nach ihm riefen und ihn darum baten, sie von den Schmerzen zu befreien. Er kam als das, was er war. Als ein treuer Gefährte. Als eine Erlösung. Das Ende war immer gleich. Es waren nur Nuancen, die sich voneinander unterschieden. Ein bisschen höher, bisschen länger, klein wenig kürzer. Lauter, leiser. Doch nie war der Weg zur Erlösung auch nur um eine Spur gnädiger.

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Welche Wahl bleibt dir schon?

Du bist kein Kind mehr und glaubst auch nicht an Märchen. Ich stimme dir zu. Du bist kein Kind. Nicht mehr. Du glaubst nicht an Märchen. Nicht mehr. Doch, verrate mir! Woran glaubst du, wenn nackte Angst dich packt und deine Kehle zuschnürt? Woran glaubst du, wenn dein Blick sich angsterfüllt weitet?

Woran wirst du glauben, wenn die Finsternis nach dir ruft? Sie will dich umarmen. Was wirst du tun? Heulend nach Haus rennen, dich einschließen und warten bis es vorüber geht? Bis alles wieder gut ist? Ich dachte, du seist kein Kind mehr. Was wirst du tun? Sag es mir! Wirst du ihre Einladung annehmen?

Welche Wahl bleibt dir schon?

Svea Kerling – Irrsinn ist keine Entschuldigung

Buecher

Schwarz oder Weiß – eine Rezension

„Über das Thema „Borderline“ gibt es sicher eine ganze Menge Literatur. Das meiste davon sind unsinnige Ratgeber und Pseudostudien, die auf irgendwelchen Klassifizierungen nach DSM-5 oder ICD-10 basieren und weder Betroffenen helfen noch der breiten Gesellschaft wirklich brauchbare Informationen liefern – unnütze Theorie, gespickt mit Faktoiden. Wer solches Schubladendenken bisher als Grundlage für seine Erkenntnisse zugrundegelegt hat, dessen Bild von der Sache wird definitiv durch Svea Kerlings Erstlingswerk „Schwarz oder Weiß – Borderliner kennen kein Grau“ erschüttert werden.

In diesem Buch geht es nicht um Hilfestellungen (die zumeist ohnehin ins Leere laufen) oder Erklärungen. Im Gegenteil handelt es sich um den Tatsachenbericht einer Betroffenen, der sich keineswegs nur auf die schwierigen Alltäglichkeiten erstreckt, sondern auch die tiefsten Abgründe der Psyche beleuchtet, aus denen sich die inneren Dämonen immer wieder mit Gewalt Auftrieb verschaffen.

Die Autorin erzählt …“

Zur vollständigen Rezension

www.sveakerling.com

Buecher

Die Welle …

… und sie alle schwammen zur vermeintlich Rettung verheißenden Küste. Schwammen um ihr Leben. Kämpften um ihr Leben. Doch ich war wie gelähmt. Konnte nicht. Wollte nicht. War zu weit entfernt.  Doch es tat nichts zur Sache. Ich wusste es. Nichts würde ihr Leben retten.  Mein Leben.  Wozu dieses ganze Ringen. Ringen um Luft. Um etwas, das sich mir  mit allem Sein widersetzte.

Die Welle. Sie ließ mich ahnen. Ich spürte wie sie näher kam.

Ein kleiner Felsvorsprung. Rutschig. Im selben Moment als ich danach griff, kam mir allein der Versuch schwachsinnig vor. Dachte ich wirklich hier Halt finden zu können? Das lächerliche Klammern war nur eine eingebrannte instinktive Reaktion.

Dieser Lärm. Ein schier unfassbares Dröhnen. Mein Körper wurde nach hinten gezogen, nur um anschließend nach oben gesaugt  zu werden. Immer höher. Und dann … die Welle ließ von mir ab. Machte Platz für ihre Gefährten. Mit voller Wucht begruben sie mich unter sich.

Stille. Ganz leise. Warum wehrte ich mich nicht? Warum nicht versuchen? Ein Versuch, nichts mehr als ein klägliches Scheitern. Das Wasser drang in meinen Körper. Ich atmete tief ein. Kein trügerischer Instinkt mehr. Beinahe gierig trank ich das Wasser. Der anfängliche Schmerz erlosch.

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Seele

Still und heimlich …

 

Bis zu jenem Moment hattest du keine Ahnung. Bis zu jenem Abend; der Vorhang im Wohnzimmer hatte sich bewegt …

 

 

Dunkelheit …

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Einst klopfte die Dunkelheit an bei mir. Langsam und beinahe zögerlich. Sie blieb lange Zeit unbemerkt. Zunächst. Doch sie war beharrlich. Sie klopfte und klopfte. Nie forsch. Nie böse. Nie gereizt. Nie ungeduldig. Sie hatte alle Zeit der Welt. Sie war da. Schon immer. Schon vor Anbeginn der Zeit …

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Verrückt …

»Wenn ich nicht schon verrückt wäre, dann …«

»Natürlich bist du es. Du bist verrückt. Fernab von ihren Linien. Verrückt von ihren Wegen, die nicht die deinigen sind. Wir haben alle unseren Weg, verrückt und fernab von anderen Wegen. Nur wenige beschreiten ihn. Wenige finden den Mut dazu. Lieber trampeln sie zwanghaft auf fremden Wegen herum, die sie für ihre angestammten und einzig richtigen halten. Sie erklären dich für geistesgestört und krank, weil du nicht in ihre Welt passt. Sie haben nur eine Welt. Und diese beschützen sie mit all ihrer Engstirnigkeit und ihrem vernichtenden Hass. Hass auf das Unbekannte. Hass auf ihre Angst. Angst vor ihrer Angst. Hass darauf, dass sie nicht sehen. Nicht wissen. Wir müssen nicht hinsehen, um zu wissen. Wir müssen uns nicht nach unserem Jäger umdrehen. Wir selbst sind der Jäger. Und wir selbst sind auf der Jagd. Auf der Jagd nach unserem Selbst.«

S. Kerling meets E. A. Poe

 

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