S. Kerling meets E. A. Poe – Buchtrailer I

 

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben ….

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Unersättlich …

Er lauert. Er lauert darauf, mir weh zu tun. Er lauert darauf, emporzusteigen aus den Tiefen der Hölle, die in meinem Innersten brennt. Dieser Schmerz, kaum aushaltbar. Ich versorge ihn gut mit Kummer und Pein. Unermessliche Qual ist es, mit der ich ihn füttere und an der er sich noch immer labt. Ich höre ihn schmatzen, er ist ein Genießer, streckt seine Krallen aus. Er will mehr. Mehr davon. Immer mehr. Unersättlich, sein Verlangen nach immer neuen Wunden. Er verlangt nach ihnen, er verlangt nach mir. Er begehrt mich. Er kaut langsam, damit der Geschmack lange erhalten bleibt; würzt seine Leibspeise mit Schrecken und Angst. Es ist meine Angst. Angst davor, hinzusehen, wie er vor lauter Freude seine Fratze zeigt, sein Geifer aus seinen Mundwinkeln tropft, voller Vorfreude. Er lacht mir ins Gesicht. Ich sehe ihn grinsen. Er wechselt seine Gestalt, doch ich erkenne ihn an seiner Gier, die körperlich zu spüren ist. Sie liegt wie ein Totenschleier über seinem Opfer. Über mir. Sein Magen knurrt. Er hat Hunger, …

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Es war bloß das Leben …

Sie wussten nichts davon. Wie es war. Was es war. Was war dieses Leben? Sie konnten sich nicht mehr daran erinnern. Jede vage Ahnung daran war verblasst. Nichts war geblieben. Wissen, verschwunden in der Ewigkeit. Allein der Umstand, dass das Leben ihnen fremd war, gab ihnen Grund, es zu verteufeln, zu jagen und zu vernichten. Es war nichts weiter als Angst vor dem, wofür andere bereit waren zu sterben. Angst vor dem Leben. Und so mordeten und schlachteten sie weiter. Metzelten diejenigen nieder, die hier nach Zuflucht suchten. Diejenigen, die nur aus einem Grund kämpften: Um zu überleben. Die Sünde, die ihren Opfern vorgeworfen wurde und wofür sie gehängt wurden, war das Leben.

Leseprobe aus S. Kerling meets E. A. Poe

 

narrin

Nur eine Beute von vielen …

Ein monströser Schatten über mir. Das Maul öffnet sich. Die Kreatur macht sich dazu auf, mich zu verschlingen; doch gerade ihr widerlicher Atem ist es, der mich anspornt und mir die nötige Kraft verleiht, die Tür aufzureißen. Ich stolpere ins Innere des Hauses. Mit einem lauten Knall fällt die Tür hinter mir zu.

Ich lausche. Um mich herum ist es still. Das Ungeheuer scheint keine Anstalten zu machen, die Tür eindrücken zu wollen. Ich lehne mich dagegen. Nichts. Ich lausche erneut. Alles ruhig. Kein Kratzen an der Tür. Kein Schnaufen. Nichts. Gibt es so leicht auf? Bin ich ihm nichts wert? Mehr steckt nicht dahinter? Bin ich nur eine Beute von vielen? Ein seltsames Gefühl von Eifersucht beschleicht mich.

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Das Netz …

Sie schüttelte den Kopf. Ganz fest. Ganz schnell. Sie durfte sich nicht in Spinnereien verfangen. Nicht jetzt. Nicht später. Sie wusste nur allzu gut, was dann folgen würde. Immer mehr würde sie sich darin verstricken. Je mehr sie versuchen würde, sich loszureißen, desto fester würde das Netz nach ihr greifen. Es würde sich um ihre Kehle legen. Das Netz, dessen Spinnerin sie selbst war. Claire würde versuchen, es abzuschütteln. Sie würde versuchen, davon loszukommen.

Und je mehr sie sich wehren würde, desto größer wäre der quälende Schmerz. Er würde wachsen und von ihrer Seele Besitz ergreifen.

Je mehr sie sich wehren würde, desto unbarmherziger wären die Fäden.

Je mehr sie sich wehren würde, desto tiefer würden sie sich in ihr Fleisch schneiden.

Sie würde sich danach sehnen. Sie würde danach betteln: Nach ihrem letzten Atemzug.

Nein, das durfte nicht passieren. Nie wieder. Sie nahm sich fest vor, ihre …

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Dornen …

Und wieder blieben ihm nur die Dornen in seinen Handflächen. Er lehnte sich mit dem Rücken an die Hausmauer  und  glitt  daran  zu  Boden.  Alles,  was blieb, waren die Dornen. Nur Dornen. Die Blüten waren zerfallen und das Nichts nahm sie für sich ein.

Sorgfältig stellte Elizabeth ihr Fläschchen Laudanum zwischen die anderen Arzneien und verschloss gewissenhaft das Kästchen. Erschöpft ließ sie sich wieder auf ihr Bett nieder. Die Medikamente nahmen ihr die Schmerzen. Wenigstens für einen Moment. Einer dieser Momente, der ihr Leben erträglich machte. Ein Moment, an dem sie bis zur Ewigkeit festhalten wollte. Diese Momente wurden immer kürzer. Die Ewigkeit schien sich ihr manchmal nur als ein Augenblick darzubieten. Doch die Schmerzen überdauerten Zeit und Raum …

All jene Mütter …

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Ja, ich weiß, Muttertag ist immer und viele halten wenig davon. Oder überhaupt nichts.

Warum nur an Muttertagen, wenn doch dies und wenn doch das …

Ist mir alles klar; bin mir dessen bewusst.

Nichts desto trotz für einige von uns tut es an diesem Tag mehr weh. An diesem Tag ist  es omnipresent. Gedanken und Gefühle kriechen an die Oberfläche; wollen gefühlt und gehört werden.