S. Kerling meets E. A. Poe – Meeting I

Ich verliere den Halt und falle zu Boden. Diese verdammten Steine. Meine Lunge brennt. Ich bekomme kaum noch Luft. Ich muss weiter. Nicht umdrehen. Auf gar keinen Fall umdrehen.

Wenn es doch so offensichtlich ist, warum dann dem Grauen ins Angesicht blicken?

Ich weiß es. Kein Zweifel. Ich spüre es. Das Monster. Es ist hinter mir. Ganz nah. Sein modriger Gestank dringt in meine Nase und füllt meine Lunge mit fauligem Atem. Ekel steigt in mir empor; nimmt Besitz von meinem ganzen Körper. Ich möchte raus. Raus aus mir. Raus aus meinem Körper. Nicht mehr gegen das Unvermeidliche ankämpfen. Es wäre ein Leichtes, stehen zu bleiben.

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Kennst Du die Nacht?

Kennst Du die Nacht

mit all ihren Liedern?

Sie dringen an Dein Ohr.

Lausche!

Auf dass es Deine Sinne berausche!

Dieses eine Lied.

Du kennst es bestimmt.

Hast es gehört.

Damals, als Kind.

Hast Dich gefürchtet, Dich versteckt.

Gehofft, dass Dich niemand entdeckt.

Vertraue mir,

hab keine Angst!

Diese Stimmen,

sie gehören zu Dir.

Nein! Nein! Deine Sinne spielen dir ganz sicher einen Streich. Wie sollte es anders sein. Du hast zu wenig geschlafen. Diese Albträume. Sie haben wieder angefangen und jeder weiß, dass einem die Sinne übel mitspielen, wenn man müde ist. Ja, das trifft es. Du bist einfach nicht klar bei Sinnen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Pic: Pixabay

Reingelegt!

DideldideldumWeißt Du, wovon ich rede? Was ich meine? Du beginnst damit, dir Fragen zu stellen. Du zweifelst an dir. Ein Schatten? Es hat sich etwas bewegt. Ganz sicher. Du kannst es deutlich spüren. Blicke. Ganz sicher. Doch da ist nichts.

»Reingelegt.«

Manchmal kommen sie mit nach Hause. Ja, auch zu dir. Und wenn es ihnen bei dir gefällt, bleiben sie. Sie nisten sich in den Ecken deines Zimmers ein. Du ahnst, dass irgendetwas nicht stimmt. Deine Augen sehen. Deine Ohren hören. Deine Seele weiß es. Doch Dein Gehirn sagt: »Nein, das darf nicht sein.«

Sie sind schnell; immer schneller als du. Sie verstecken sich: Unter deinem Bett, in deinem Kleiderschrank, hinter dem Vorhang … Sie sind hinter dir. Dreh dich ja nicht um. Was ist das für ein Fleck im Spiegel? Vielleicht stecken sie hinter dem Vorhang. Du starrst den Vorhang an. Dahinter bewegt sich etwas. Diesmal bist Du Dir ganz sicher. Nein, es ist doch nur der Wind. Es ist immer nur der Wind.

S. Kerling meets E. A. Poe

Du verlierst den Verstand …

An Schlaf ist längst nicht mehr zu denken. Du lenkst dich ab. Du hast Angst einzuschlafen. Du hast Angst zu träumen. In deinen Träumen kannst du sie sehen. Hier geben sie sich dir zu erkennen. Sie zeigen sich dir in all ihrer Abscheulichkeit. In deinen Träumen bist du wehrlos. Du bist wie erstarrt. Gefangen. Gefesselt von so viel Widerwärtigkeit. Sie spielen mit dir. Sie spielen so gerne. Sie sind wie Kinder. …

Wenn der Wahnsinn schläft …

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Wenn die Nacht endlich ihren schützenden Schleier ausbreitet und man die Geister nur mehr schemenhaft erblickt. Dann, wenn der Wahnsinn schläft. Dann, wenn die Furcht vor der Nacht andere erschaudern lässt. Ja, dann fühle ich mich geborgen.

 

Ich höre mein Herz. Es pumpt das Blut durch meine Adern. Was wäre, wenn es plötzlich stehen bliebe? Ich schüttle den Gedanken ab, halte inne. Irgendjemand ruft meinen Namen. Ich zweifle für einen Moment, lausche gespannt. Ja, unverkennbar. Jemand ruft nach mir. Und diesmal war es nicht die Stimme in meinem Kopf.

 

 

 

 

 

Mad …

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„Men have called me mad; but the question is not yet settled, whether madness is or is not the loftiest intelligence.“

 

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Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig ; aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist.“

 

 

»Wenn ich nicht schon verrückt wäre, dann …«

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»Wenn ich nicht schon verrückt wäre, dann …«

»Natürlich bist du es. Du bist verrückt. Verrückt von ihrer Linie. Verrückt von ihrem Weg, der nicht der deinige ist. Wir haben alle unseren Weg, verrückt und fernab von anderen Wegen. Nur wenige beschreiten ihren eigenen Weg. Wenige finden den Mut dazu. Lieber trampeln sie zwanghaft auf fremden Wegen herum, die sie für ihre angestammten und einzig richtigen halten. …«

 

‘If I wasn’t already mad, then…’

‘Naturally you are. You are mad. Mad on account of the road you’ve travelled. Mad from the way you’ve come, a way that was never yours. We all have our own way, crazy and far apart from the ways of others. Precious few tread their own path. So very few find the courage to do so. They prefer their compulsive tramping along such foreign paths as they mistake for their own; a false inheritance.‘