Der Tod stand einfach nur da …

Dieser Traum

Dem Tod bei seiner Arbeit zuzusehen, ist hochgradig langweilig, ja sogar sterbenslangweilig.

Ich begleite den Tod nun schon eine lange Zeit – eine lange Zeit für mich, 

denn er – der Tod

 er besitzt sie nicht – die Zeit –

Er beendet sie.

www.sveakerling.com

 

Advertisements

Gefangene der Zeit …

skulls-1748001_1280

Das wenige Licht, das die Straßenlaternen spendeten, verlor sich im Nichts. Nur in den Wohnungen brannte Licht. Lampen flackerten grundlos und gelangweilt in die Leere.

Wohnungen, die scheinbar sorglos auf ihre Bewohner warteten. Räume, gefangen im Augenblick. Stühle, noch warm. Teller, die darauf warteten, genutzt zu werden. Betten, die ihre Besitzer einluden.

Behausungen, die in die Irre führten. Wohnungen, die auf Leben zu warten schienen. Doch jegliches Leben war verschwunden. Aus den Wohnungen. Aus ihren Betten. Von den Straßen. Hier hatte Leben keinen Platz. Leben wie er es gekannt hatte.

S. Kerling meets E. A. Poe

 

Foto: Pixabay

Nicht hier. Nicht jetzt.

The dream of the raven.jpg

Nun war dieser Weg zu seinem Weg geworden. Nun war er es, der diese Reise angetreten war. Allein. Niemand, der sich ihm anschloss.

Er war aufgebrochen. Damals. Vor so vielen Jahren. Doch was war schon ein Jahr? Zeit hatte hier keine Bedeutung. Nicht hier. Nicht damals. Nicht jetzt. Zeit war nicht vergänglich. Sie IST einfach. Zeit war kein Punkt, an dem man festhalten konnte.

Er musste diesen Ort finden. Dort würde seine Suche ein Ende finden. Er war bereit, durch die Zielgerade zu marschieren. Er war gefangen zwischen hier und dort. Hier und dort konnte überall sein. Nichts, worauf er bauen konnte. Nichts, dem er vertrauen konnte.

******

Das Buch zur Leseprobe

kostenlose Kindle-Buchvorschau (Amazon)

Bild: Thomas Budach

 

Die Zeit …

alarm-clock-565645_960_720

Die Zeit.

Eine Ewigkeit.

Währt einen kurzen Augenblick.

Einen Wimpernschlag?

Und doch Unendlichkeit.

Ein Jahr wie ein Tag,

andermal er nicht enden mag.

Ein Tag mit tausend Stunden,

Qual und Plag, bis er überwunden.

Die Zeit.

Wir sind von ihr besessen.

Und doch haben wir eins vergessen.

Trotz unsrer Bitten; all unsrem Flehen.

Wir können sie nicht halten,

Sie bleibt nicht stehen.

Die Zeit.

Heilt keine Wunden.

Ungebunden und frei.

Sie macht ihr Ding,

alles Weitre einerlei.

Ob wir oben sind oder fallen von der Leiter.

Was kümmert es die Zeit.

 

Fürwahr befreit,

von der Endlichkeit.

 

© Svea Kerling